Urteile
Türkisches Gericht verhängt Haftstrafen im Zusammenhang mit Erdbebenschäden

Knapp zwei Jahre nach den starken Erdbeben in der Türkei sind ein Hotelbesitzer und dessen Architekt zu langen Haftstrafen verurteilt worden.

    Angehörige stehen vor dem Gerichtsgebäude im südosttürkischen Adiyaman und halten Bilder ihrer Kinder hoch, dir bei dem Erdbeben im vergangenen Februar getötet wurden.
    Angehörige vor dem Gerichtsgebäude im südosttürkischen Adiyaman. Ihre Kinder sind bei dem Erdbeben im vergangenen Februar getötet wurden. (picture alliance / dpa / Mirjam Schmitt)
    Das Gericht in der Provinz Adiyaman befand, beide Angeklagte hätten grob fahrlässig gehandelt und verhängte jeweils 18 Jahre und fünf Monate Gefängnis. Vier weitere Beschuldigte erhielten Haftstrafen zwischen acht und 17 Jahren. In dem Hotel waren 72 Menschen während des Erdbebens zu Tode gekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war das ursprünglich als Wohnhaus errichtete Gebäude illegal in ein Hotel umgewandelt und um eine Etage aufgestockt worden.
    Insgesamt zerstörten die Erdstöße in der Türkei damals rund 200.000 Gebäude. Kritik war auch laut geworden an den Behörden. Sie hätten Baumängel geduldet und trügen eine Mitverantwortung für die Schäden.
    Diese Nachricht wurde am 26.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.