Nach Missbrauchsvorwürfen am Bundesstützpunkt Stuttgart
Turnerin Kim Bui ermutigt andere Sportlerinnen zur Offenheit

Die von mehreren Turnerinnen öffentlich gemachten Missbrauchsvorwürfe am Bundesstützpunkt Stuttgart sorgen für zahlreiche Reaktionen. So hat sich jetzt die frühere Top-Athletin Kim Bui zu Wort gemeldet. Sie ermutigte weitere Betroffene, sich zu Wort zu melden.

    Die ehemalige Turnerin Kim Bui in einer Porträtaufnahme.
    Die ehemalige Turnerin Kim Bui (Archivbild vom Dezember 2022) (Heiko Potthoff)
    Auf ihrem Instagram-Kanal schrieb sie: "An alle, die sich jetzt öffnen: Ihr seid nicht allein. Wir stehen zusammen – mit jeder Stimme und jeder Erfahrung." Zusammen könne man den Turnsport zu einem Ort machen, an dem Respekt, Wertschätzung und Menschlichkeit an erster Stelle stünden.
    Am Wochenende hatten angeführt von den ehemaligen Auswahl-Turnerinnen Tabea Alt und Michelle Timm mehrere Sportlerinnen Missstände am Bundesstützpunkt Stuttgart öffentlich gemacht. Alt hatte mitgeteilt, es sei "systematischer körperlicher und mentaler Missbrauch" erfolgt. Verantwortliche Trainer hätten ärztliche Vorgaben missachtet, sie habe mit Verletzungen, teilweise sogar mit Knochenbrüchen turnen müssen.
    Das Verhalten ihr gegenüber sei zudem kein Einzelfall gewesen. Straftraining, Schmerzmittel, Drohungen und Demütigungen seien an der Tagesordnung gewesen. Michelle Timm schrieb von "katastrophalen Umständen" am Kunstturnforum Stuttgart. Sie denke, dass es mittlerweile bekannt sei, dass es mit dem Trainerteam im weiblichen Bereich massive Probleme gebe.
    Der Deutsche Turner-Bund kündigte an, die Vorwürfe zu untersuchen und aufzuklären. Zudem seien Sofortmaßnahmen angestoßen worden. Ein Verbandssprecher sagte, es lägen konkrete Informationen zu möglichem Fehlverhalten der verantwortlichen Trainer vor.
    Diese Nachricht wurde am 30.12.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.