Syrien
Übergangspräsident al-Scharaa kommt vorerst nicht nach Deutschland

Der syrische Übergangspräsident al-Scharaa hat seinen ab morgen geplanten Deutschlandbesuch kurzfristig verschoben.

    Ahmad Al-Scharaa steht neben der Flagge Syriens
    Ahmed Al-Scharaa, Übergangspräsident von Syrien (imago / AA / Florian Gaertner)
    Ein Sprecher der Bundesregierung verwies auf die innenpolitische Situation in Syrien. Dort haben sich die Regierung und kurdische SDF-Milizen nach tagelangen Kämpfen auf eine sofortige Waffenruhe verständigt. Diese sieht nach offiziellen Angaben den Abzug der kurdischen Kämpfer in das Gebiet östlich des Euphrats vor. Al-Scharaa kündigte an, mit dem Anführer der Miliz, Abdi, am Montag alle noch offenen Fragen zu klären.
    Bei seinem zweitägigen Besuch in Deutschland sollte Al-Scharaa von Bundeskanzler Merz und Bundespräsident Steinmeier empfangen werden. Zudem waren Gespräche mit der deutschen Wirtschaft geplant. Merz hatte al-Scharaa bereits im November nach Deutschland eingeladen. Kurdische und alawitische Gemeinden in Deutschland werfen der syrischen Regierung gewaltsame Unterdrückung ethnischer und religiöser Minderheiten vor. Sie hatten mehrere Demonstrationen gegen den Besuch geplant.
    Diese Nachricht wurde am 18.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.