Archiv

UEFA
Keine Aufklärung der Suker-Affäre

Die Europäische Fußball-Union kritisierte zuletzt heftig den Fußball-Weltverband FIFA und dessen Präsidenten Sepp Blatter für Intransparenz und Korruption. Doch auf der Exekutivsitzung in Prag offenbart auch die UEFA ihre Schattenseiten.

Von Benjamin Best | 30.06.2015
    Der frühere Fußball-Profi und Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees Davor Suker.
    Der frühere Fußball-Profi und Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees Davor Suker. (pa/dpa)
    Der europäische Fussballverband UEFA verspielt jede Glaubwürdigkeit im Umgang mit den Vorwürfen gegen das Exekutivkomitee-Mitglied Davor Suker, in den Wettskandal von 2009 verwickelt zu sein. Interviewanfragen lehnt die UEFA strikt ab. Einzig auf der heutigen Pressekonferenz beantwortet der UEFA Generalsekretär Gianni Infantino Fragen der ARD zur Causa Suker. Doch statt Aufklärung spricht der Generalsekretär von einer Hexenjagd gegen Suker. Auch eine offizielle Untersuchung der UEFA Disziplinarkommission wollte er nicht bestätigen.
    "To our knowledge Mr. Davor Suker has never been interogated by the german authorities for any wrong doing. So when it comes to this particular case there is not much more to say than that. We can also do a lot of witch hunting.If bochum would have thought that there has been something more serious then they probably would have acted in this perticular case."
    Während die UEFA und ihr Präsident Michel Platini in der Vergangenheit immer wieder kritisch auf den Weltfussballverband FIFA und dessen Korruptionsskandale reagiert haben, gibt der europäische Verband, wenn es um die Aufklärung von Vorwürfen gegen eigene Funktionäre geht, ein erschreckendes Bild ab. Von Transparenz keine Spur.
    Davor Suker bleibt unterdessen bei seiner Äußerung, dass die Anschuldigungen der Bochumer Staatsanwaltschaft, über die die ARD Recherche Redaktion Sport vergangene Woche berichtet hatte - u.a. Wetten für den verurteilten Wettbetrüger Ante Sapina platziert zu haben, falsch seien. In einer schriftlichen Erklärung, die er am Rande der heutigen Sitzung des UEFA Exekutivkomitees in Prag veröffentlichte, bestätigte er zwar Kontakte zu Ante Sapina gehabt zu haben, aber er habe nie gegen seine Fair Play Prinzipien und die Integrität des Sports verstoßen.
    Der Umgang mit den Vorwürfen gegen Suker ist einem Verband, der immer wieder großspurig für Integrität und Transparenz gerade bei der FIFA eintritt – absolut unwürdig.