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Ukraine-KonfliktEskalation der Kämpfe sorgt für neue Ängste

Ein ukrainischer Soldat bei Gefechten in der Ortschaft Marjinka westlich von Donezk (AFP / Oleksandr Ratushniak)
Ein ukrainischer Soldat in der Ortschaft Marjinka westlich von Donezk (AFP / Oleksandr Ratushniak)

Im Osten der Ukraine hat es die blutigsten Gefechte seit Monaten gegeben. Präsident Petro Poroschenko warnt vor einer russischen Invasion, und stimmt seine Landsleute in einer Rede zur Lage der Nation auf harte Zeiten ein - jederzeit drohe ein russischer Angriff im Osten des Landes.

Bei den heftigsten Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und Regierungstruppen waren am Mittwoch Dutzende Menschen getötet worden. Das ukrainische Militär sprach von fünf getöteten Soldaten und 80 Separatisten, den Aufständischen zufolge waren 16 Tote in den eigenen Reihen und fünf Zivilisten zu beklagen. Unabhängige Angaben gab es nicht. 

Bei den Kämpfen sollen beide Seiten auch wieder schwere Artillerie eingesetzt haben - dabei sollen schwere Waffen nach dem Minsker Friedensplan von Februar eigentlich von der Front abgezogen werden. Poroschenko verteidigte den Einsatz schwerer Geschütze: Das Militär habe bei der Ortschaft Marjinka westlich von Donezk einen Angriff der Separatisten "angemessen erwidert". Der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) zufolge haben auch die Aufständischen schwere Waffen ins Kriegsgebiet verlegt.

Vorwürfe gegen Russland

Poroschenko machte Russland für die neue Welle der Gewalt verantwortlich. "Der Donbass hätte den Krieg bereits wie einen schlechten Traum vergessen, wenn Moskau genauso den Frieden gewollt hätte wie Kiew", sagte er. Russland wies dies zurück: Kremlsprecher Peskow beschuldigte die Ukraine, die Gewalt gezielt vor dem G7-Gipfel im bayerischen Schloss Elmau eskalieren zu lassen, um Stimmung gegen Russland zu machen. 

Bundesuaßenminister Frank-Walter Steinmeier reagierte mit "großer Besorgnis" auf die jüngsten Kämpfe. Damit drohe ein Rückfall in die militärische Eskalation, sagte er nach einem Treffen mit dem ukrainischen Außenminister Pawel Klimkin in Berlin. Die EU warnte vor einer neuen Spirale der Gewalt im Osten der Ukraine. Eine Kommissionssprecherin rief dazu auf, das Minsker Abkommen einzuhalten. Davon, so erinnerte sie, hätten die Staats- und Regierungschefs im März abhängig gemacht, ob die Sanktionen gegen Russland künftig gelockert oder verschärft würden.

(swe/sima)

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