
Makejew zeigte sich im "Interview der Woche" des Deutschlandfunks überzeugt davon, dass die Ukraine zusammen mit den westlichen Verbündeten über alle Instrumente verfügt, um Russland davon zu überzeugen, dass die Fortsetzung des Krieges keinen Sinn mehr ergibt. Es gelte, genug Flugabwehrsysteme, auch weitreichende Waffensysteme einzusetzen. Er appellierte zudem an die Verbündeten, Raketen über ukrainischen Städten auch von Europa aus abzufangen.
Er rief die Verbündeten der Ukraine auf, "keine Angst zu haben, auch die Ukraine zu unterstürzen, indem die anfliegenden Raketen abgefangen werden, zum Beispiel auch von Streitkräften von den Alliierten. Eine todbringende Rakete kann durchaus von einem Flugzeug aus Europa abgefangen werden über Kiew oder Schytomyr oder Lwiw, weil keiner weiß, ob diese Rakete nicht einfliegt wie diese 19 Drohnen damals in Polen."
Darüber hinaus erneuerte Makejew die Bitte zur Lieferung weiterer Waffen, darunter auch bislang nicht übergebene Marschflugkörper aus Deutschland. Auf die Frage, was tatsächlich zu einem Frieden führen könnte, antwortete er: "Die ukrainische Armee stärker zu machen, genug Flugabwehrsysteme, auch weitreichende Waffensysteme, damit die Russen nicht auf die Idee kommen, auf uns zu schießen. Da kommen natürlich solche Begriffe wie Tomahawks oder Taurus ins Spiel."
Kritik an Rolle deutscher Unternehmen
Der Botschafter, der sein Land seit drei Jahren in Berlin vertritt, kritisierte, dass "über 100" deutsche Unternehmen nach vier Jahren Vollinvasion immer noch in Russland Geschäfte machten, weiterhin Geld verdienten und auf diese Weise mit ihren Steuern die Raketen, Bomben und die russische Armee finanzierten. "Business ist etwas, was leider immer noch mit diesem verbrecherischen Russland für möglich gehalten wird in Europa", fügte Makeiev hinzu. Er rief dazu auf, die Wirtschaftsbeziehungen mit Moskau zu kappen und die dort noch aktiven europäischen Firmen dazu zu bringen, dass sie Russland verlassen.
Der Botschafter forderte auch, dass die russischen Vermögen nicht nur eingefroren, "sondern weggenommen werden". Zudem benötige die Ukraine "weitreichende Waffensysteme". Russland müsse spüren, "dass es politisch, wirtschaftlich und militärisch keinen Sinn macht, den Krieg weiterzuführen". Makeiev betonte: "Dann haben wir eine Chance."
"Null Toleranz bei Korruption"
Makejew forderte die Europäische Union auf, ihre Aufnahmeregeln zu modernisieren. Die Anwärter für die EU-Mitgliedschaft stünden Schlange, da müsse man die Europäische Union möglicherweise anders organisieren oder den Erweiterungsprozess modernisieren. Mit Blick auf Fälle von Korruption in seinem Land erklärte der Botschafter, angesichts neuer Verhaftungen in einem der größten Bestechungsskandale seines Landes würden die ermittelnden Institutionen der Ukraine ihre Funktionsfähigkeit beweisen. Auch sei es für ihn unvorstellbar, "wie unter diesen Umständen Menschen noch an eigenes Glück und Geld und Bereicherung denken können, wenn wir tagtäglich Hunderte von Toten begraben. Und deswegen null Toleranz.“
Der 50-Jährige Kiewer warb abermals für einen EU-Beitritt seines Landes, das nicht nur flächenmäßig das zweitgrößte in Europa sei, sondern auch über eine Millionen-Armee verfüge, die wie keine andere wisse, wie man sich verteidigen müsse. Die Ukraine dürfe „nicht als Bettler wahrgenommen werden, sondern als jemand, der uns alle in Europa sicherer mache und unser Wohlergehen steigere.“
Diese Nachricht wurde am 20.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
