Pressefreiheit
Ukrainische Medien widersetzen sich gerichtlichem Veröffentlichungsverbot zu Korruption

In der Ukraine haben sich acht große Medienhäuser einem gerichtlichen Veröffentlichungsverbot zu Korruptionsvorwürfen im Land widersetzt.

    Zu sehen ist die blau-gelbe ukrainische Flagge an einem Fahnenmast vor einem wolkenverhangenen Himmel. Der Fahnenmast ist rostig. Die Flagge etwas zerrissen.
    Pressezensur in der Ukraine? (IMAGO / Andreas Stroh)
    Die beteiligten Redaktionen berichteten gemeinsam über das Umfeld des Chefs der staatlichen Ermittlungsbehörde SBI. Diese ist unter anderem für die Strafverfolgung von Richtern und Militärangehörigen zuständig. Hintergrund sind Recherchen zu Immobiliengeschäften des Bruders von SBI-Direktor Suchatschow. Ein Gericht hatte die Veröffentlichung Anfang des Monat untersagt, um einen möglichen Schaden für die Betroffenen abzuwenden.
    Das ukrainische Medienhaus Suspilne, das an der Berichterstattung beteiligt ist, bezeichnete das verhängte Veröffentlichungsverbot als eklatanten Akt der Zensur.
    Korruption gilt als eines der größten Hindernisse für den angestrebten EU-Beitritt der Ukraine. In den vergangenen Jahren hatten zahlreiche Skandale das Land erschüttert.
    Diese Nachricht wurde am 17.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.