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Ultrakompakte Zwerggalaxien

Galaxien gibt es im Kosmos in den unterschiedlichsten Formen und Größen. Unsere Milchstraße gehört durchaus zu den massereicheren Vertretern ihrer Klasse. Seit einigen Jahren kennen die Astronomen auch sehr kleine, äußerst kompakte Galaxien, die sie als "ultrakompakte Zwerggalaxien" bezeichnen.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Ursprünglich waren diese Objekte für normale Sterne unserer Milchstraße gehalten worden. Erst vor rund zehn Jahren erkannte man sie als massereiche Sternansammlungen, die sich auf engstem Raum drängen. Typische ultrakompakte Zwerggalaxien konzentrieren einige Milliarden Sonnenmassen in einem Bereich mit nur 100 Lichtjahren Durchmesser.

    Bislang haben sich die Astronomen darüber gewundert, dass diese kleinsten Galaxien im Kosmos viel schwächer leuchten, als es für Sternansammlungen dieser Masse zu erwarten wäre. Wissenschaftler der Universität Bonn präsentieren nun eine Erklärung für dieses überraschende Phänomen: Nach ihren Berechnungen beheimaten die ultrakompakten Zwerggalaxien außergewöhnlich viele Neutronensterne und Schwarze Löcher.

    Dies lässt darauf schließen, dass die ultrakompakten Galaxien in ihrer Jugendzeit vorübergehend extrem helle Objekte gewesen sein müssen: Massereiche Sterne, die als Neutronensterne und Schwarze Löcher enden, produzieren sehr viel Energie und strahlen entsprechend hell. Es scheint einmal mehr, dass die Geschichte der Galaxien noch viele Überraschungen birgt.

    Pressemitteilung der Universität Bonn

    Galaxienentwicklung im frühen Universum