Graue Wölfe
Umstrittener Verband ATIB droht Ausschluss aus Zentralrat der Muslime

Dem umstrittenen Verband ATIB droht der Ausschluss aus dem Zentralrat der Muslime.

    Ein Teilnehmer einer Erdogan-Großkundgebung hebt die Arme mit dem Wolfsgruß, dahinter viele türkische Fahnen.
    Der Verband ATIP soll den Grauen Wölfen nahestehen und deshalb aus dem Zentralrat der Muslime ausgeschlossen werden (Archivbild). (Imago)
    Der Bundesvorstand habe diesen Schritt beantragt, berichtete die Deutsche Presse-Agentur. Die "Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa" (ATIP) steht laut dem deutschen Verfassungsschutz den sogenannten rechtsextremen Grauen Wölfen nahe. Im Zentralrat gab es demnach am vergangenen Wochenende eine außerordentliche Sitzung. Bis zur Entscheidung über den Antrag wurde die Mitgliedschaft der umstrittenen extremistischen Gruppierung mit Wurzeln in der Türkei ausgesetzt. Die bisherige ATIB-Generalsekretärin, Basöz, die dem Zentralrat als stellvertretende Vorsitzende angehört, erklärte ihren Austritt aus der ATIB. Der ATIB-Bundesvorstand ist jüngst neu gewählt worden.
    Der ZMD beklage mangelnde Mitwirkung bei der Aufklärung von Extremismus-Vorwürfen, erklärte die Deutsche Presse-Agentur: Die Spitze des Zentralrats, die wohl auch um ihre Position als Partner im interreligiösen Dialog fürchte, halte fest, dass sich der ZMD als multiethnische, integrative Gemeinschaft verstehe, die rassistischen und extremistischen Ideologien entschieden entgegentrete.

    "Ideologien, die Menschen abwerten oder die demokratische Ordnung infrage stellen, haben im Zentralrat der Muslime keinen Platz"

    Im aktuellen Verfassungsschutzbericht, der über Entwicklungen im Jahr 2024 informiert, wird die ATIB als islamisch orientierter Teil der extremistischen Ülkücü-Bewegung (Graue Wölfe) beschrieben. Vordenker der rechtsextremistischen Ülkücü-Ideologie und deren Lehren würden in der ATIB noch heute verehrt und zitiert, heißt es in dem Bericht.
    Im Januar hatte ZMD-Generalsekretär Beiersdorf-El Schallah öffentlich erklärt, Ideologien, die Menschen abwerteten oder die demokratische Ordnung infrage stellten, hätten im ZMD keinen Platz. Dies gelte insbesondere auch für die Muslimbruderschaft beziehungsweise die rechtsradikale Ülkücü-Bewegung. Im Januar 2022 hatte der Zentralrat der Muslime in Deutschland einen islamistischen Verein ausgeschlossen, den der Verfassungsschutz dem internationalen Netzwerk der Muslimbrüder zurechnet.
    Diese Nachricht wurde am 24.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.