Belgien
Umstrittenes Kultur-Event zur Muttergottes nach Drohungen abgesagt

Ein Kunstprojekt über Maria, die Muttergottes, hat in Belgien für heftige Proteste gesorgt. Nach zahlreichen Drohungen sagten die Veranstalter es nun ab.

    Angeschnittenes, farbenfrohes Marienbild
    Angeschnittenes, farbenfrohes Marienbild (IMAGO / CHROMORANGE / IMAGO / Martin Schroeder)
    Die Ausstellung "Madonna (non) grata" sollte eigentlich ab dem 27. März in Havelange gezeigt werden, einem kleinen Ort in der wallonischen Provinz Namur. Wie das Internetportal CathoBel berichtete, sahen sich die Veranstalter vom Kulturzentrum des Dorfes nach zahlreichen Beschimpfungen und Drohungen gezwungen, das Event abzusagen.
    Das Projekt stand unter dem Titel "Eine Schöpfung an der Grenze zwischen dem Göttlichen und dem Menschlichen; Jungfrau und Hure, heilig und vergänglich". Weiter hieß es: "Seit einer Ewigkeit in ihrem Altar eingeschlossen, nennt man sie Morgenstern, Unbefleckte Empfängnis, Königin ohne Erbsünde." Doch ihr Altar sei zu einem Hort des Schimmels geworden; sie selbst sei krank und allein, aber eben unsterblich.

    Empörte Proteste, hitzige Diskussion

    CathoBel veröffentlichte ein Protestschreiben empörter Katholiken gegen die als Beleidigung empfundene Veranstaltung. In den Sozialen Medien entbrannte eine Diskussion über Kunstfreiheit, freie Meinungsäußerung und "katholisch-traditionalistische Hater", die Dialog und Demokratie mit Füßen träten. Es sei doch gerade die Aufgabe von Kulturzentren, zu geistiger Auseinandersetzung anzuregen, auch mit Religion.
    Das Kulturzentrum jedenfalls reagierte mit der Absage des Events. Angesichts der Heftigkeit und Fülle der Reaktionen, die teils auch xenophober Art seien, sehe man keine Möglichkeit für einen sachlichen Dialog über den Gegenstand. Weder vonseiten der Künstler noch der Veranstalter sei auch nur irgendwie ein Angriff der katholischen Religion beabsichtigt gewesen. Man bedauere aber, dass sich Menschen dadurch verletzt fühlten.
    Diese Nachricht wurde am 15.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.