Brandgeruch
Umweltmedizinerin warnt vor Folgen von Rauchbelastung durch Waldbrände

In mehreren Regionen in Deutschland war nach den jüngsten Waldbränden ein Brandgeruch zu vernehmen. Die Umweltmedizinerin Barbara Hoffmann warnt vor den gesundheitlichen Folgen der Rauchbelastung.

    Rauch steigt bei einem Waldbrand über dem Hürtgenwald auf.
    Rauchentwicklung bei einem Waldbrand im Hürtgenwald (Gabriele Löbel / dpa / Gabriele Löbel)
    Der Rauch bestehe überwiegend aus Feinstaubpartikeln, die tief in die Lunge gelangten und dort zu Entzündungen führen könnten, sagte Hoffmann im Deutschlandfunk . Das Einatmen habe auch Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, so die Medizinerin und Professorin für Umweltepidemiologie an der Uniklinik Düsseldorf. Im schlimmsten Fall könne es zu Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommen. Aus Studien in Australien wisse man außerdem, dass längere Rauchbelastung durch Waldbrände in der Schwangerschaft zu einem geringeren Geburtsgewicht von Babys führe.
    Immer, wenn man Rauch rieche, seien auch schädliche Stoffe in der Luft, erklärte Hoffmann weiter. Schützen könne man sich unter anderem durch das Tragen einer FFP2-Maske, durch das Aufhalten in geschlossenen Räumen und durch das Verzichten auf körperliche Tätigkeiten im Freien. Wichtig sei auch, Klimaanlagen auf Filterfunktionen zu überprüfen. Das gelte insbesondere für große Gebäudekomplexe.

    Brandgeruch zog mehr als 100 Kilometer weit

    Nach dem Großfeuer im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn war der Brandgeruch auch in großen Teilen Westdeutschlands wahrnehmbar. Inzwischen ist das Feuer unter Kontrolle. Die gelöschten Flächen sollen mit Drohnen des Zivilschutzes überwacht werden. In Torfmooren wie dem Hohen Venn können Brände noch lange unterirdisch schwelen.
    Diese Nachricht wurde am 22.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.