Forschungsergebnis
Umweltschutzpolitik verbessert Ackerland weltweit

Die Fruchtbarkeit von Böden kann durch Erosion, Versalzung oder eine sinkende Zahl von Organismen wie Würmern dramatisch leiden. Vielerorts wurden daher gesetzliche Regeln erlassen, um diese Prozesse aufzuhalten. Eine Studie der Universität Bonn belegt, dass sich die Bodenqualität durch diese Maßnahmen in vielen Ländern der Erde verbessert hat. Ob sie wirken, hängt aber von den politischen Rahmenbedingungen ab.

    Getreidernte auf Feldern
    Gesunde Böden ermöglichen deutlich höhere Erträge. (picture alliance / blickwinkel / H. Blossey)
    Gesunde Böden sind aus ökologischen Gründen wünschenswert - und sie ermöglichen deutlich höhere Erträge. Gleichzeitig können der Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln sowie der Anbau großer Monokulturen die Boden-Degradierung verstärken. Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt verschärfen manche dieser Probleme zusätzlich. Weltweit haben Länder aus diesem Grund gesetzliche Regelungen etabliert, durch die die Qualität der Ackerflächen gesichert werden soll. In einer aktuellen Studie der Universität Bonn heißt es nun, dass dies von Erfolg gekrönt war. Dazu wurden Satelliten-Aufnahmen von 2001 bis 2019 verglichen.
    Die Wissenschaftler verglichen die Entwicklung der Böden vor und nach dem Zeitpunkt, zu dem die Regelung in Kraft getreten war. So konnte nachgewiesen werden, dass staatliche Maßnahmen der Degradierung entgegenwirken. Besonders effektiv sind demnach finanzielle Anreize, die einen schonenden Umgang mit den Anbauflächen belohnen - zum Beispiel, wenn Landwirte optimierter düngen und umweltverträglichere Pflanzenschutz-Maßnahmen ergreifen oder die Böden mit Hecken vor Erosion schützen. Eine hohe Wirksamkeit haben auch Vorschriften, die direkt adressieren, wie das Land bewirtschaftet werden muss - etwa in einer wechselnden Fruchtfolge - oder auf die verpflichtende Etablierung von Landschaftselementen wie Blühstreifen abzielen.

    Effektive Regierungs-Institutionen wichtig für den Erfolg

    Ob staatliche Vorgaben wirken oder nicht, hängt allerdings sehr stark von den politischen und institutionellen Rahmenbedingungen ab. So finden sich in Ländern mit effektiven Regierungs-Institutionen höhere Effekte. Wenn es dagegen an Möglichkeiten fehlt, die Umsetzung der gesetzlichen Regelungen zu kontrollieren und gegebenenfalls zu erzwingen, führen diese oft nicht zum Erfolg. Faktoren wie Korruption wirken sich ebenfalls negativ aus.
    Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift "Nature Food" erschienen.
    Diese Nachricht wurde am 19.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.