
Rajoy schrieb in einem Gastbeitrag für das Online-Medium "El Debate", dass Frankreich über einen Kader auf höchstem Niveau verfüge - allerdings, so wörtlich, "ohne Franzosen". Das stößt auf Ablehnung: Der Präsident des französischen Fußballverbandes, Diallo, warf Rajoy auf der Online-Plattform X "unerträglichen Rassismus" vor. Seine Äußerungen würfen "Fragen nach dem verwerflichen Klima auf, das solchen Gestank erst ermöglicht." Frankreichs Innenminister Nuñez erklärte beim Sender BFMTV, Rajoys Aussage sei absolut inakzeptabel.
Auch Spaniens Regierung kritisiert Rajoy
Ministerpräsident Sánchez verlinkte bei X einen Beitrag mit kritischen Kommentaren zu Rajoy und schrieb selbst: "Manche definieren Zugehörigkeit noch immer über Nachnamen, Geburtsort oder Hautfarbe. Andere von uns definieren sie über ihre tiefe Verbundenheit mit einem Land und ihre Bereitschaft, sich für es einzusetzen." Sánchez sendete in seinem Posting auch Grüße in Richtung Frankreich: "Möge die beste Mannschaft gewinnen und der Rassismus verlieren." Die beiden Mannschaften treffen am Dienstag in Dallas beim WM-Halbfinale aufeinander.
Rajoy war von 2011 bis 2018 spanischer Regierungschef, er saß für die konservative Volkspartei PP im Parlament. 2018 verlor er sein Amt durch ein Misstrauensvotum.
Weitere rassistische Beschimpfungen bei der Fußball-WM
Vor kurzem hatte bereits die paraguayische Senatorin Amarilla für einen Rassismus-Eklat während der Weltmeisterschaft gesorgt. Nach der Niederlage ihrer Nationalmannschaft gegen Frankreich beleidigte sie online den französischen Star-Spieler Mbappé. Daraufhin reichte der französische Fußballverband Anzeige gegen die Politikerin ein.
Weiterführendes
Doku "Schwarze Adler" - Der tägliche Rassismus im Fußball (Audio)
Diese Nachricht wurde am 13.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
