
Das nördlich von Nablus gelegene Dorf Sebastia ist seit Jahrtausenden besiedelt und war in der Antike unter anderem Hauptstadt des Nordreichs Israel. Dort finden sich die Überreste einer mehr als 2.000-jährigen Siedlungsgeschichte. Das Dorf bietet einen einzigartigen Einblick in die Geschichte der Region und zählt zu den wichtigsten archäologischen Stätten der Levante, wie es hieß. Zugleich wurde Sebastia wegen der Pläne zur Umgestaltung von Teilen der Stätte und der Auswirkungen des israelisch-palästinensischen Konflikts auf die Liste des gefährdeten Welterbes aufgenommen.
Die fünf Burgen des Jabal Amel bilden den Angaben zufolge ein zusammenhängendes Verteidigungssystem, das die Entwicklung des südlichen Libanon von der Antike bis ins Mittelalter spiegelt. Vorwiegend während der Kreuzfahrerzeit errichtet, wurden die Festungen später von Ayyubiden, Mamluken und anderen Mächten angepasst. Aufgrund von Kampfhandlungen im Südlibanon werden die Burgen ebenfalls auf die Liste des gefährdeten Welterbes genommen.
Im Eilverfahren entschieden
Bei dem Vorgang handelt es sich um ein Eilverfahren. Dieses Verfahren gibt es dann, wenn eine Stätte durch Naturereignisse, Kriege oder Konflikte bedroht ist. Die vorsätzliche Zerstörung von Kulturstätten kann nach Informationen der UNESCO einem Kriegsverbrechen gleichkommen. Israel hatte das Eilverfahren für Sebastia im Vorfeld kritisiert.
Für die UNESCO-Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt sind in diesem Jahr insgesamt rund 30 Stätten nominiert. Deutschland hat die auch als Papageiensiedlung bezeichnete Waldsiedlung Zehlendorf im Südwesten Berlins vorgeschlagen. Das Welterbekomitee tagt noch bis zum 29. Juli in Busan.
Diese Nachricht wurde am 24.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
