
2019 folgte die Neugründung. Seither bezeichneten Kritiker die Zeitung als Sprachrohr des früheren Ministerpräsidenten Orban und seiner Fidesz-Partei, die die Parlamentswahl im April verloren hatte. Beobachter in Budapest erwarteten, dass das Blatt auch nach einem Relaunch künftig auf Fidesz-Linie bleiben will. Orban hatte in seiner 16-jährigen Amtszeit den Großteil der Presse über eine umstrittene Medienstiftung weitgehend unter Regierungskontrolle gebracht.
Neuaufstellung der Medien
Bereits Anfang Juli stellte die letzte unabhängige Tageszeitung des Landes, "Nepszava", ihre Druckausgabe ein. Das politisch links eingeordnete Blatt erschien erstmals vor 153 Jahren und sucht neue Investoren. Schon länger hatten regierungsunabhängige Medien verstärkt auf Online-Portale und gedruckte Wochenzeitungen gesetzt.
Nach dem Wahlsieg der moderat-konservativen Tisza-Partei besetzte Orbans Nachfolger Peter Magyar die öffentlich-rechtlichen Medien mit einer neuen Führung. Nachrichtensendungen wurden bis auf Weiteres aus dem Programm genommen und Orban-treue Journalisten entlassen.
Diese Nachricht wurde am 31.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
