Antrittsbesuch
Ungarns Ministerpräsident Magyar will Verhältnis zu Deutschland wieder verbessern

Der ungarische Ministerpräsident Magyar hat Deutschland als einen wichtigen Partner seines Landes bezeichnet. Bei seinem Antrittsbesuch in Berlin verwies er auf die lange gemeinsame Geschichte beider Länder.

    Peter Magyar (l), Ungarns Ministerpräsident, und Bundeskanzler Friedrich Merz stehen im Bundeskanzleramt an runden blauen Rednerpulten mit Mikrofonen. Dahinter Fahnen ihrer Länder und die Europaflagge.
    Peter Magyar (l.) und Bundeskanzler Friedrich Merz bei ihrer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt. (Kay Nietfeld / dpa / Kay Nietfeld)
    Magyar kündigte an, die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit wieder zu vertiefen. Auf europäischer Ebene werde seine Regierung versuchen, auch in strittigen Fragen Kompromisse zu erreichen. Bundeskanzler Merz erklärte, man habe gute Gespräche über die künftige Zusammenarbeit geführt. Die Bundesregierung wolle dabei helfen, dass der Neuanfang in Ungarn ein Erfolg werde. Vor dem Treffen war Magyar in Berlin mit militärischen Ehren empfangen worden.

    Merz wirbt erneut für rasche EU-Beitrittsverhandlungen mit Ukraine

    Auf der Tagesordnung standen Gespräche über bilaterale und europapolitische Themen sowie über die weitere Unterstützung der Ukraine. Merz pochte abermals darauf, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit Kiew rasch beginnen sollten. Man verstehe, dass Ungarn zunächst bilaterale ⁠Fragen klären wolle, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine. Das dürfe aber nicht von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch förmlich zu eröffnen.

    Nachfolger des Rechtspopulisten Orban

    Der ungarische Politiker hatte Anfang Mai nach dem Sieg seiner Partei TISZA bei der Parlamentswahl den Rechtspopulisten Orban als Ministerpräsidenten abgelöst. Magyar hat Maßnahmen gegen Korruption und für Rechtsstaatlichkeit auf den Weg gebracht. Die EU-Kommission kündigte in der Folge an, 16 Milliarden Euro an blockierten Fördergeldern für Budapest freizugeben.
    Diese Nachricht wurde am 03.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.