
Das bisherige Zentrum für Islamische Theologie werde damit organisatorisch den katholischen und evangelischen Fakultäten gleichgestellt, teilten Universitätsrektor Wessels und der künftige Dekan der neuen Fakultät, Khorchide, mit. Die neue Fakultät soll zum 1. Oktober offiziell an den Start gehen und acht Professuren umfassen. Die Gründung sei ein wichtiges Signal für Muslime in Deutschland und Europa. Sie bedeute Anerkennung und ermögliche eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Islam auf Augenhöhe mit katholischer und evangelischer Theologie.
Nach Darstellung der Universität gibt es islamische Theologie zwar bereits an mehreren Standorten in Deutschland. Eine eigenständige Fakultät an einer staatlichen Hochschule sei bislang aber weder in Deutschland noch an anderen öffentlichen Hochschulen in Europa gegründet worden.
Anders als bei katholischer oder evangelischer Theologie gibt es im Islam keine einheitliche institutionelle Vertretung. Daher soll ein mit Vertretern verschiedener muslimischer Organisationen besetzter Beirat als Pendant zur Rolle der Kirchen die religiöse Legitimation der Fakultät sichern. Er ist unter anderem bei Berufungen von Professoren und der Erarbeitung von Studieninhalten beteiligt und kann aus religiösen Gründen ein Vetorecht ausüben. Beteiligt sind nach Universitätsangaben Vertreter der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion (Ditib), des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland und des Zentralrats der Muslime in Deutschland.
Diese Nachricht wurde am 22.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
