Mailand
Unicredit legt offizielles Übernahmeangebot für Commerzbank vor - Hessischer Ministerpräsident Rhein (CDU) warnt

Die italienische Großbank Unicredit hat ein ‌offizielles ⁠Übernahmeangebot ⁠für die Commerzbank vorgelegt. Wie ein Sprecher in Mailand mitteilte, soll für Ende Mai eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um die Zustimmung der Eigner einzuholen. Das Angebot diene dazu, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde ​zu überwinden.

    Das Logo und der Schriftzug der UniCredit Bank an einer Hausfassade
    Die UniCredit Bank will ihre Anteile an der Commerzbank weiter aufstocken. (picture alliance / NurPhoto / Michael Nguyen)
    Unicredit ist bereits mit 29,9 Prozent größter Anteilseigner bei der Commerzbank. Das Management der zweitgrößten deutschen Privatbank wehrt sich gegen eine Übernahme. Beim ‌Bund, dem zweitgrößten Commerzbank-Aktionär, stößt das Vorhaben ​ebenfalls auf Ablehnung. Unicredit-Chef Orcel sagte in einer Telefonkonferenz, die Botschaft an die Commerzbank heute sei, dass es jetzt an der Zeit sei, zu sprechen. Offiziell soll das Angebot im Mai vorgelegt werden mit einer Annahmefrist von vier Wochen.

    Ministerpräsident Rhein: Interessen der Mitarbeiter und Kunden der Commerzbank berücksichtigen

    Hessens Ministerpräsident Rhein erklärte, die Übernahmepläne dürften nicht zulasten des Finanzplatzes Frankfurt gehen. In allen Gesprächen müssten die Interessen der Mitarbeiter und Kunden der Commerzbank angemessen berücksichtigt werden. Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wambach, riet der Politik dazu, die Übernahme nicht zu behindern. In diesen geopolitischen Zeiten sei Europas Binnenmarkt das Pfund, mit dem ⁠die ⁠EU wuchern könne. ⁠Es sollte im Interesse der nationalen Regierungen sein, sich für ⁠eine stärkere wirtschaftliche Integration einzusetzen.
    Diese Nachricht wurde am 16.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.