
Der Bund unterstütze die Strategie der Eigenständigkeit der Commerzbank, hieß es weiter. Auch die Gewerkschaft Verdi erklärte, sie sei gegen eine Übernahme. Verdi warnte vor einem möglichen Stellenabbau in großem Stil. Die Commerzbank kritisierte, es handle sich um eine unabgestimmte Offerte von Unicredit. Es gebe keine Basis für Verhandlungen.
Wie ein Unicredit-Sprecher am Vormittag in Mailand mitteilte, soll für Ende Mai eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um die Zustimmung der Eigner einzuholen. Das Angebot diene dazu, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Hürde zu überwinden. Den Angaben zufolge sollen die Aktionäre 0,485 Unicredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie erhalten, was einem Preis von 30,80 Euro entspricht.
Unicredit-Chef Orcel fordert Commerzbank zu konstruktivem Dialog auf
Unicredit ist bereits mit 29,9 Prozent größter Anteilseigner bei der Commerzbank. Das Management der zweitgrößten deutschen Privatbank wehrt sich schon länger gegen eine Übernahme. Beim Bund, dem zweitgrößten Commerzbank-Aktionär, stößt das Vorhaben ebenfalls bereits länger auf Ablehnung.
Unicredit-Chef Orcel sagte in einer Telefonkonferenz, die Botschaft an die Commerzbank heute sei, dass es jetzt an der Zeit sei, zu sprechen. Er forderte die Commerzbank zu einem konstruktiven Dialog auf. Offiziell soll das Angebot im Mai vorgelegt werden mit einer Annahmefrist von vier Wochen.
Ministerpräsident Rhein: Interessen der Mitarbeiter und Kunden der Commerzbank berücksichtigen
Hessens Ministerpräsident Rhein erklärte, die Übernahmepläne dürften nicht zulasten des Finanzplatzes Frankfurt gehen. In allen Gesprächen müssten die Interessen der Mitarbeiter und Kunden der Commerzbank angemessen berücksichtigt werden. Der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wambach, riet der Politik dazu, die Übernahme nicht zu behindern. In diesen geopolitischen Zeiten sei Europas Binnenmarkt das Pfund, mit dem die EU wuchern könne. Es sollte im Interesse der nationalen Regierungen sein, sich für eine stärkere wirtschaftliche Integration einzusetzen.
Diese Nachricht wurde am 16.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
