Thüringen
Universität erkennt Ministerpräsident Voigt Doktortitel ab - Klage angekündigt

Die Technische Universität Chemnitz hat Thüringens Ministerpräsident Voigt den Doktortitel aberkannt. Das teilte Vogt selbst in Erfurt mit. Er erklärte, von der Philosophischen Fakultät beanstandete Stellen bezögen sich auf 2,5 Prozent der Wörter seiner Arbeit.

    Voigt bei einer Pressekonferenz. Er steht an einem Pult mit Mikrofon. Der Hintergrund ist blau.
    Thüringens Ministerpräsident Voigt soll seinen Doktortitel verlieren. (Martin Schutt / dpa / Martin Schutt)
    Der CDU-Politiker betonte, der wissenschaftliche Kern sei von den Vorwürfen nicht betroffen. Voigt kündigte Klage gegen die Entscheidung vor dem zuständigen Verwaltungsgericht an. Er kritisierte, ein von der Universität eigens eingeschalteter unabhängiger Sachverständiger habe bereits eindeutig bestätigt, dass seine Dissertation den wissenschaftlichen Anforderungen entspreche. "Warum die Universität ihrem eigenen Gutachten nicht folgt, ist für mich nicht nachvollziehbar", so der der 48-Jährige. Von der Chemnitzer TU gibt es bislang keine Stellungnahme.

    Vorwürfe von "Plagiatsjäger"

    Voigt hatte im Jahr 2008 mit der - größtenteils in den USA erstellten - Doktorarbeit "Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry" promoviert. Doktorvater war der Chemnitzer Politikwissenschaftler Eckhard Jesse, der für sein umstrittenes Bild des Hufeisens für Links- und Rechtsextremismus bekannt wurde. Vorwürfe, dass Voigt in seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet haben soll, kamen bereits in der Zeit des Wahlkampfs vor der Landtagswahl 2024 auf. Sie stammen von einem selbsternannten österreichischen "Plagiatsjäger".

    Rücktrittsforderung von der AfD

    Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke legte Voigt den Rücktritt nahe. Voigt habe sich einen Doktortitel erschlichen. Er habe damit nicht nur seine Wähler getäuscht und die Würde der Universität Chemnitz beschädigt, sondern vor allem dem Freistaat Thüringen einen schweren Schaden zugefügt. Die Linke - die neben der AfD die Opposition im Landtag stellt - erklärte lediglich, sie warte das Ende des Klageverfahrens ab. Solange werde man sich mit den drängenden Fragen der Menschen befassen.
    Diese Nachricht wurde am 28.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.