Nahost
UNO befürchtet "ethnische Säuberung" im Westjordanland - Israel wirft Menschenrechtsbüro Aktivismus vor

Im von Israel besetzten Westjordanland sind nach Angaben der Vereinten Nationen über 36.000 Palästinenser innerhalb eines Jahres aus ihren Häusern vertrieben worden.

    Ein Mann geht durch eine israelische Militäroperation zerstörtes Haus in der Nähe von Nablus im Westjordanland.
    Im Westjordanland sind mehr als 36.000 Menschen vertrieben worden. (AFP / JOHN WESSELS)
    Das UNO-Menschenrechtsbüro teilte in Genf mit, in der Zeit von November 2024 bis Ende Oktober 2025 seien zudem mehr als 1.700 Gewalttaten dokumentiert worden. Ursache seien die Ausweitung jüdischer Siedlungen und die damit verbundene Gewalt. Ein Sprecher des Menschenrechtsbüros erklärte, das Ausmaß der Vertreibung deute auf eine konzertierte israelische Politik der massenhaften Zwangsumsiedlung hin. Dies lasse Befürchtungen einer "ethnischen Säuberung" aufkommen.
    Auf Anfrage des ARD Studios Genf teilte die ständige Vertretung Israels dazu mit, das UNO-Menschenrechtsbüro habe betreffend Israel jegliche Glaubwürdigkeit verloren. Es funktioniere als "Epizentrum eines abscheulichen Anti-Israel-Aktivismus".
    Diese Nachricht wurde am 17.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.