
Bislang werden Suchtkranke mit Drogenersatzmedikamenten und psychosozialen Maßnahmen behandelt. Bei der Forschung zu Impfstoffen steht hingegen die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems im Fokus.
Tests in den USA zeigen erste Erfolge
Klinische Studien gibt es auf dem Gebiet noch nicht. Fortschritte gab es laut INCB aber etwa bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen die Abhängigkeit von Opioiden. Eine US-Studie zu dem starken Schmerzmittel Oxycodon habe in Tierversuchen gezeigt, dass sich Antikörper im Blut bildeten. Dadurch werde verhindert, dass Oxycodon ins Hirn gelange, hieß es.
In ersten Tests mit einem Impfstoff gegen Kokainsucht in den Vereinigten Staaten sei das Verlangen von Teilnehmenden nach der Droge deutlich zurückgegangen. Auch an einer Methamphetamin-Impfung werde gearbeitet.
Außerdem setzt der INCB Hoffnung in die Erforschung halluzinogener Stoffe wie Ketamin oder das in Pilzen vorkommende Psilocybin zur Behandlung von Sucht. Sowohl solche psychedelischen Substanzen als auch Impfstoffe könnten herkömmliche Therapien ergänzen, hieß es von dem UNO-Gremium.
Sorge um Kokain und synthetische Drogen in Europa
Der Jahresbericht beleuchtet auch regionale Trends. Der Kokainschmuggel nach West- und Zentraleuropa habe in den vergangenen Jahren dramatisch zugenommen. Bei synthetischen Drogen breite sich die Herstellung innerhalb Europas aus, hieß es. Der INCB zeigte sich auch besorgt über das wachsende Angebot von synthetischen Opioiden, zu denen etwa die Nitazene gehören. Von dieser Gruppe von Drogen sind demnach die baltischen Staaten besonders betroffen.
Positive Entwicklungen meldet der INCB aus Nordamerika: In den USA und Kanada sei die Zahl der Überdosis-Fälle zuletzt deutlich zurückgegangen. Aus Sicht des Drogen-Rates ist es jedoch zu früh, um von einem echten Trend zu sprechen. Der Konsum von medizinischen Opioiden als Rauschmittel bleibe ein Gesundheitsproblem in der Region.
Diese Nachricht wurde am 26.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
