Menschenrechte
UNO lehnt Altersbeschränkungen bei Sozialen Medien ab

Von den Vereinten Nationen kommt die Ablehnung pauschaler Altersbeschränkungen für Soziale Medien.

    Volker Türk, UNO-Hochkommissar für Menschenrechte, spricht in ein Mikrofon.
    UNO-Menschenrechtskommissar Volker Türk. (Archivbild) (Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa)
    Nutzungsverbote greifen nach Überzeugung des UNO-Menschenrechtsbüros zu kurz, um Minderjährige vor schädlichen Folgen zu schützen, wie bei der Veröffentlichung von Richtlinien für Regierungen und Unternehmen in Genf mitgeteilt wurde. Zusätzlich müssten die Gestaltung der Plattformen und die Algorithmen Schranken haben.
    Hochkommissar Türk betonte, Staaten hätten von Technologieunternehmen zu verlangen, dass diese Sicherheit von vornherein in ihre Plattformen integrierten, anstatt die Last auf Eltern und Kinder abzuwälzen. Pauschale Verbote in den Sozialen Medien seien kein Allheilmittel für ein vielschichtiges Problem. Der bloße eingeschränkte Zugang zu Plattformen, die nach wie vor unsicher seien, könne nicht das alleinige Ziel eines wirksamen Kinderschutzes sein.

    UNO: "Suchterzeugende Elemente" wie Endlos-Scrollen und ständige Benachrichtigungen in Sozialen Medien bekämpfen

    Gefordert werden die Bekämpfung "suchterzeugende Designelemente" wie des Endlos-Scrollens oder ständiger Benachrichtigungen sowie eine effektive Altersüberprüfung durch die Plattformen.
    Nach dem Vorbild Australiens arbeiten mehrere Staaten an einer Altersbeschränkung für die Nutzung Sozialer Medien - auch in Deutschland gibt es entsprechende Überlegungen. Eine Expertenkommission will bis Ende Juni Empfehlungen vorlegen. Die EU-Kommission hatte angekündigt, bis zum Sommer zu entscheiden, ob sie ein Social-Media-Verbot auf den Weg bringt.
    Diese Nachricht wurde am 30.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.