
Unter den reichsten Ländern dürften die Deutschen wohl das risikoscheueste Volk der Erde sein, wenn es um Sparen gehe, sagte der Professor von der Uni Kassel der ARD. Etwa ein Drittel der Gelder hierzulande schlummerten auf Sparbüchern, Giro- oder Tagesgeldkonten. Mit teils sehr niedrigen Zinsen, aber dafür eben sicher. Die Risikoaversion gilt schon lange als einer der Gründe für den mangelnden Vermögensaufbau vieler Menschen in Deutschland. Experten bemühen sich seit inzwischen Jahrzehnten um eine realistischere Wahrnehmung der Verlustgefahren, die damit einhergehen, wenn man Geld in Aktien, Anleihen oder eine gebündelte Auswahl davon wie einen ETF investiert. Kleins Kollegin Christina Bannier von der Uni Gießen betonte, wenn man langfristig sparen wolle, gehe einem ohne Aktien sehr, sehr viel Rendite verloren. Wie man zu große Risiken und zu teure oder unseriöse Investments vermeide, müsse in Schulen, Medien und zu Hause viel mehr zum Thema gemacht werden. Man könne niemanden zwingen, sein Geld anzulegen, führte die Professorin aus. Man könne aber von allen Seiten die Informationen herbeischaffen, um die Bedeutung des Themas noch mal deutlich zu machen.
Als Grund für die Risikoscheue in Deutschland gilt unter anderem der große Misserfolg mit der Telekom-Aktie um die Jahrtausendwende. Viele kauften sie damals einzeln. Damit verstießen sie damals gegen den wichtigsten Rat von Finanzexperten an langfristige Sparer: Ihr Geld auf mehrere und verschiedene Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen zu verteilen. Stichwort: Diversifizierung.
Diese Nachricht wurde am 30.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
