
Der Bundesverband Paket- und Expresslogistik nannte die geplante zweimonatige Senkung der Mineralölsteuer ein "wichtiges Signal". Sie sei aber nicht ausreichend. Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie zeigte sich mit Blick auf die angekündigten Entlastungen enttäuscht. Dass die Stromsteuersenkung erneut nicht komme, sei wieder eine verpasste Chance für eine schnelle und spürbare Entlastung.
Das ifo-Institut erklärte, die Maßnahmen gegen hohe Kraftstoffpreise seien purer Aktionismus und lösten das grundlegende Problem zunehmender Knappheiten nicht. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung teilte mit, es gebe die Gefahr, dass ein erheblicher Teil der Entlastung nicht bei den Verbrauchern ankomme. Positiv zeigte sich das gewerkschaftsnahe IMK-Institut. Das Sofortpaket senke kurzfristig die Inflation und entlaste die Haushalte und Unternehmen.
Die Wirtschaftsweise Schnitzer äußerte sich unzufrieden. Die Steuersenkung sei "eine Hilfe mit der Gießkanne, auch für Menschen, die den höheren Preis verkraften können", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es reduziere den Anreiz, den Spritverbrauch zu senken, und lasse die Menschen im Glauben, der Staat schützt sie vor allen Krisen von außen, auch die Reichen.
Kritik von BUND und VdK
Der Sozialverband VdK kritisiert das geplante Entlastungspaket der Bundesregierung als unzureichend. "Unterm Strich zeigt sich eine Schieflage: Während wirtschaftliche Interessen berücksichtigt werden, fehlt es an wirksamer Unterstützung für einkommensschwache Haushalte", sagte VdK-Präsidentin Bentele der Funke Mediengruppe. Sie befürchtet, dass Menschen mit wenig Geld auch in Zukunft besonders unter den stark gestiegenen Energiepreisen leiden werden.
Der Bundesverband der Verbraucherzentralen zweifelt die Wirksamkeit der Maßnahmen an. Verbandschefin Pop sagte im Deutschlandfunk, es sei zwar richtig, jetzt eine kurzfristige Entlastung auf den Weg zu bringen. Aus Verbrauchersicht sei so ein Tankrabatt aber keine gute Idee. Denn die Vergangenheit habe gezeigt, dass eine Absenkung der Energiesteuer in vielen Fällen schlicht nicht weitergegeben werde an die Verbraucherinnen und Verbraucher. Pop plädierte stattdessen für Direktzahlungen und eine Stromsteuersenkung "auf breiter Front". Sie ergänzte, wichtig sei auch, Energie zu sparen.
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland ist ebenfalls unzufrieden mit den Plänen. Damit würden vor allem Menschen entlastet, die sehr viel Auto fahren, erklärte die BUND-Geschäftsführerin Politik, Graichen. Denjenigen, die wirklich Entlastung brauchen, helfe die Maßnahmen aber wenig. Graichen empfahl, stattdessen ein Mobilitätsgeld auszuzahlen und mit einem befristeten Tempolimit den Kraftstoffverbrauch zu senken.
Union und SPD hatten beschlossen, die Mineralölsteuer für Diesel und Benzin für zwei Monate um 17 Cent zu senken.
Diese Nachricht wurde am 13.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
