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Unterschiedliche Sternpopulationen

Auf den ersten Blick sehen alle Sterne am Himmel gleich aus. Sie erscheinen bestenfalls als unterschiedlich helle Lichtpunkte. Schaut man genauer hin, so lassen sich durchaus Variationen im Erscheinungsbild finden.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Ein Spektroskop spaltet das Sternenlicht in seine einzelnen Farbbestandteile auf. Das dabei entstehende Sternspektrum verrät dem Fachmann eine Menge über den Zustand des jeweiligen Sterns sowie über seine Zusammensetzung.

    Im Laufe der Zeit stießen die Astronomen dabei auf charakteristische Unterschiede: So enthalten die Sterne in der Umgebung des Milchstraßenzentrums deutlich weniger schwere Elemente als etwa die Sterne in den Spiralarmen oder gar in den gerade entstandenen offenen Sternhaufen.

    Der Astronom Walter Baade, der aus Schröttinghausen im Kreis Minden stammt, erkannte darin 1944 eine Altersabhängigkeit nach dem Motto "Je geringer der Gehalt an schweren Elementen ist, desto früher muss ein Stern entstanden sein, und desto älter ist er heute."

    Baade unterschied zunächst zwischen zwei Sternpopulationen, die in verschiedenen Bereichen der Milchstraße vorherrschen und damit auch Rückschlüsse auf die Entwicklung des Sternsystems ermöglichen. Inzwischen sind noch weitere Populationen und Mischformen erkannt worden.

    Da das Gas zwischen den Sternen kontinuierlich mit schwereren Elementen aus Sternexplosionen angereichert wird, wären klare Grenzen auch verwunderlich.

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