Britische Filmpreise
Untersuchung: BBC verletzte Standards bei Bafta-Übertragung

Mit der Ausstrahlung eines rassistischen Zwischenrufs bei der Verleihung der britischen Filmpreise (Bafta) hat die Rundfunkanstalt BBC gegen ihre redaktionellen Standards verstoßen. Zu diesem Ergebnis kommt die für Beschwerden zuständige Abteilung des Senders nach einer internen Untersuchung.

    Man sieht eine Frau in einem roten Abendkleid bei den BAFTA Film Awards.
    BAFTA Film Awards - Verleihung der britischen Filmpreise (picture alliance / Photoshot)
    In der Übertragung war bei einem Auftritt der schwarzen Schauspieler Delroy Lindo und Michael B. Jordan aus dem Publikum das "N-Wort" zu hören. Diese Entgleisung des Gastes John Davidson wurde mit dessen Tourette-Syndrom erklärt. Die neurologische Erkrankung ist durch motorische und vokale Tics gekennzeichnet. Davidson saß bei der Bafta-Verleihung im Publikum, weil die Hauptfigur in dem Drama "I Swear" ("Verflucht normal") ihm nachempfunden ist.

    Rassistischer Zwischenruf wurde nicht herausgeschnitten

    Obwohl die Sendung aufgezeichnet war, hatte die BBC den Zwischenruf zunächst nicht herausgeschnitten. Er war den Angaben nach auch in der im Internet abrufbaren Version für einige Stunden zu hören. Diese Verzögerung sei ein "schwerwiegender" Fehler, der die beleidigende Wirkung verstärkt habe.
    Nach der Verleihung im Februar gingen zahlreiche Beschwerden bei der BBC ein.
    Die Ausstrahlung sei "höchst beleidigend und redaktionell nicht zu rechtfertigen", heißt es nun. In dem Bericht ist allerdings von einem unbeabsichtigten Fehler die Rede: Minuten nach dem Vorfall sei das "N-Wort" etwa erneut zu hören gewesen und von der Produktion sofort entfernt worden.
    Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.