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Untersuchung MH17-UnglückPutin gibt weiter der Ukraine die Schuld

Russlands Präsident Putin hat seine Unterstützung bei den Untersuchungen zum Absturz von Malaysia-Airlines-Flug MH17 zugesagt. Großbritanniens Premierminister Cameron hatte zuvor angesichts der russischen "Untätigkeit" mit schärferen Sanktionen gedroht.

Von Gesine Dornblüth

Ein Teil des Wracks der Passagiermaschine, die in der Ukraine abgeschossen wurde (AFP/BULENT KILIC)
Ein Teil des Wracks der Passagiermaschine, die in der Ukraine abgeschossen wurde (AFP/BULENT KILIC)
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Mitten in der Nacht strahlte das russische Fernsehen eine Erklärung Wladimir Putins zum Flugzeugabschuss in der Ostukraine aus. Er sprach sich darin erneut für eine internationale Untersuchung der Ereignisse aus. Doch zuerst wies Putin, wie schon vor einigen Tagen, der Ukraine die Verantwortung für das Geschehen zu.

"Wir haben die Konfliktparteien mehrfach dazu aufgerufen, das Blutvergießen sofort zu stoppen und sich an den Verhandlungstisch zu setzen. Es ist völlig klar: Wenn die Kampfhandlungen am 28. Juni nicht wieder aufgenommen worden wären, wäre diese Tragödie nicht passiert."

Am 28. Juni hatten die ukrainischen Streitkräfte ihren Militäreinsatz im Osten des Landes wieder aufgenommen, nachdem die Separatisten eine Waffenruhe mehrfach verletzt hatten. Gestern Abend hatte Putin diverse Telefonate mit westlichen Staats- und Regierungschefs geführt.

Verschärfung der EU-Sanktionen

Insbesondere Bundeskanzlerin Merkel, Frankreichs Präsident Hollande und der britische Premier Cameron hatten Moskau dabei mit einer Verschärfung der EU-Sanktionen gedroht. Putin beteuerte danach im Fernsehen erneut, Russland tue alles, was in seinen Kräften stehe, damit der Konflikt in der Ostukraine friedlich gelöst werde. Er appellierte an die Verantwortung der Akteure, verzichtete aber darauf, die Separatisten direkt anzusprechen.

"Niemand hat das Recht, diese Tragödie für eigennützige politische Ziele zu missbrauchen. Solche Ereignisse müssen die Menschen einen, nicht trennen. Es muss alles getan werden, um die Sicherheit für die Arbeit der internationalen Experten an der Unglücksstelle zu gewährleisten."

Inzwischen sind mindestens 251 Tote an der Absturzstelle geborgen. Die Leichname befinden sich in Kühlwaggons in der nahegelegenen Stadt Tores. Einer der Separatistenführer sagte, sie sollten in die von Kiew kontrollierte Stadt Charkiw gebrachten werden, aber erst, wenn internationale Experten am Ort seien.

Neue Kampfhandlungen

Ein niederländisches Expertenteam ist offenbar bereits am Bahnhof von Tores. Das teilte der Ministerpräsident der Niederlande am Morgen in Den Haag mit. Des Weiteren werden mehr als hundert Experten aus Malaysia erwartet. Ein Sprecher der Rettungskräfte in Kiew erklärte, die bewaffneten Freischärler würden auch heute die Bergungsarbeiten erheblich behindern.

Aus Donezk werden unterdessen neue Kampfhandlungen gemeldet. Die Separatistenhochburg ist von Regierungseinheiten umkreist. Augenzeugen berichten von Artilleriebeschuss am Stadtrand. Die Bewohner des Viertels sind aufgerufen, die Häuser nicht zu verlassen. Das Militär der Ukraine meldet, die regulären Kräfte seien dabei, die Oberhand zu gewinnen. Ein Sprecher der Separatisten wies das zurück.

 

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