Jubiläum der ältesten bestehenden FachzeitschriftUralte dänisch-deutsche Astronomische Nachrichten

Im Jahr 1821 gründete Hans Christian Schumacher auf Geheiß des dänischen Königs Frederik VI. eine Zeitschrift, die dem wissenschaftlichen Austausch zu allen Themen der Himmelskunde dienen sollte. Die „Astronomischen Nachrichten“, oft kurz AN genannt, gibt es auch 200 Jahre später noch.

Von Dirk Lorenzen | 19.11.2021

Titelseite der Erstausgabe der Astronomischen Nachrichten
Titelseite der Erstausgabe der Astronomischen Nachrichten (Schumacher/AIP)
Die älteste noch erscheinende Fachzeitschrift für das Weltall kam zunächst aus Altona, das heute ein Stadtteil von Hamburg ist, damals aber zu Dänemark gehörte. Dort am Elbhang hatte Hans Christian Schumacher eine Sternwarte errichtet.
In der ersten Ausgabe der AN hatte Carl Friedrich Gauß, damals eine Art Superstar der Mathematik und Himmelsforschung, einen Artikel über ein Problem in der Geometrie veröffentlicht.
Wie ihr Gründer Schumacher im Vorwort der ersten Ausgabe schrieb, ist die Zeitschrift „ein Mittel zur raschen Verbreitung von Einzelbeobachtungen und Kurznachrichten sowie von astronomischen und mathematischen Arbeiten und Abhandlungen“.
Die „Astronomischen Nachrichten“ erschienen mehrmals im Jahr und die Veröffentlichung der Texte auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein war kostenlos.
Seit 1947 befindet sich die Redaktion am Astrophysikalischen Institut in Potsdam. 2005 wurde der Titel in Astronomical Notes geändert – die Nachrichten tauchen aber noch im Untertitel auf.
An Hans Christian Schumacher und die dänische Sternwarte erinnert in Altona fast nichts mehr – aber seine Zeitschrift ist ein himmlischer Dauerbrenner.