Für die europäische Weltraumagentur Esa ist der aufkommende Weltraumtourismus fast schon peinlich. Während die Kollegen der Nasa in Amerika abwartend bis wohlwollend auf die private Konkurrenz hinabschauen, muss die Alte Welt aufpassen, sich von der freien Wirtschaft nicht überholen zu lassen. Denn sobald der erste Weltraumtourist aus Europa das All erreicht hat, haben Privatunternehmen das geschafft, was der staatlichen Raumfahrtbehörde Esa in mehr als dreißig Jahren nicht gelungen ist: aus eigener Kraft einen Europäer in den Weltraum zu schießen. Damit kein Neid aufkommt, gibt die Esa eine unverbindlich-freundliche Sprachregelung aus - Daniel Sacotte, der Esa-Direktor für bemannten Raumflug:
" Wir sind sehr daran interessiert, mehr Menschen im All zu haben. Der Weltraumtourismus ist dabei eine Bereicherung. Bis heute haben die Amerikaner hier mehr Interesse gezeigt als Europa. Es ist aber wichtig, dass auch hierzulande die Industrie und der private Sektor in dieses Gebiet investiert. So gut wir es können, werden wir die Projekte unterstützen. "
Forschung im All auf Seiten der Esa und Urlaub im All, angeboten von Privatunternehmen - beides soll sich sinnvoll ergänzen, und zwar primär in drei Bereichen. Zum einen bietet die europäische Weltraumagentur den neuen Firmen und ihren Kunden an, ihre Einrichtungen für das Astronautentraining zu nutzen sowie für medizinische Tests der Weltraumtouristen. Géraldine Naja-Corbin, bei der Esa Chefin der Abteilung für strategische Studien.
" Eine der Möglichkeiten, uns einzubringen, sind unsere Erfahrungen bei der Vorbereitungen von Menschen auf die Bedingungen der Schwerelosigkeit, verbunden mit den gesundheitlichen Tests. Diese Kompetenz und die entsprechenden logistischen Einrichtungen könnten wir an private Firmen vermieten oder sie auf andere Art - gegen entsprechende finanzielle Gegenleistung - zur Verfügung stellen. "
Dass die Beziehung von staatlichen und privaten Flügen ins All für beide Seiten fruchtbar sein könnte, zeigt die Hoffnung der Esa, dass eine für Weltraumtourismus entwickelte Infrastruktur später auch für Explorationsaufgaben genutzt werden könnte, zum Beispiel Weltraumflughäfen oder die neuen privaten Raumschiffe selbst.
" Künftige anspruchsvolle Erkundungsmissionen könnten von öffentlichen und privaten Mitteln getragen werden. Bislang haben wir in Europa alle Weltraumvorhaben zu 100 Prozent mit staatlichen Geldern finanziert. In der Zukunft könnte man sie aber als eine Art Joint Venture betreiben. Dies betrifft sowohl die Raketenbahnhöfe auf dem Boden als auch eine Infrastruktur im All. "
Drittens hofft die Esa durch den beginnenden Tourismus ins All auch auf mehr Geld für sich. Die Tatsache, dass an Bord von privaten Raumschiffen eine Vielzahl an Menschen wird ins All gelangen können, wird die Präsenz des Themas Weltall im Bewusstsein der Öffentlichkeit erhöhen - so die Hoffnung Géraldine Naja-Corbins.
" Der Weltraumtourismus wird eine hohe Aufmerksamkeit erfahren. Bislang hatte nur eine kleine, glückliche Gemeinschaft von Astronauten Zugang zum All. Wenn Reisen in den Weltraum aber massentauglich werden, könnte dies auch die Begeisterung für das Thema Raumfahrt anheizen, die damit ein positiveres Image bekäme. Und wenn der Tourismus auch uns Extra-Popularität bringt - großartig! "
Und so könnten die Urlauber in der Umlaufbahn indirekt dazu führen, dass neben dem Spaß auch die Notwendigkeit zur Forschung, zur Exploration und zur Wissenschaft wieder erkannt wird und mit neuen Projekten und mehr Finanzmitteln ausgestattet wird.
" Wir sind sehr daran interessiert, mehr Menschen im All zu haben. Der Weltraumtourismus ist dabei eine Bereicherung. Bis heute haben die Amerikaner hier mehr Interesse gezeigt als Europa. Es ist aber wichtig, dass auch hierzulande die Industrie und der private Sektor in dieses Gebiet investiert. So gut wir es können, werden wir die Projekte unterstützen. "
Forschung im All auf Seiten der Esa und Urlaub im All, angeboten von Privatunternehmen - beides soll sich sinnvoll ergänzen, und zwar primär in drei Bereichen. Zum einen bietet die europäische Weltraumagentur den neuen Firmen und ihren Kunden an, ihre Einrichtungen für das Astronautentraining zu nutzen sowie für medizinische Tests der Weltraumtouristen. Géraldine Naja-Corbin, bei der Esa Chefin der Abteilung für strategische Studien.
" Eine der Möglichkeiten, uns einzubringen, sind unsere Erfahrungen bei der Vorbereitungen von Menschen auf die Bedingungen der Schwerelosigkeit, verbunden mit den gesundheitlichen Tests. Diese Kompetenz und die entsprechenden logistischen Einrichtungen könnten wir an private Firmen vermieten oder sie auf andere Art - gegen entsprechende finanzielle Gegenleistung - zur Verfügung stellen. "
Dass die Beziehung von staatlichen und privaten Flügen ins All für beide Seiten fruchtbar sein könnte, zeigt die Hoffnung der Esa, dass eine für Weltraumtourismus entwickelte Infrastruktur später auch für Explorationsaufgaben genutzt werden könnte, zum Beispiel Weltraumflughäfen oder die neuen privaten Raumschiffe selbst.
" Künftige anspruchsvolle Erkundungsmissionen könnten von öffentlichen und privaten Mitteln getragen werden. Bislang haben wir in Europa alle Weltraumvorhaben zu 100 Prozent mit staatlichen Geldern finanziert. In der Zukunft könnte man sie aber als eine Art Joint Venture betreiben. Dies betrifft sowohl die Raketenbahnhöfe auf dem Boden als auch eine Infrastruktur im All. "
Drittens hofft die Esa durch den beginnenden Tourismus ins All auch auf mehr Geld für sich. Die Tatsache, dass an Bord von privaten Raumschiffen eine Vielzahl an Menschen wird ins All gelangen können, wird die Präsenz des Themas Weltall im Bewusstsein der Öffentlichkeit erhöhen - so die Hoffnung Géraldine Naja-Corbins.
" Der Weltraumtourismus wird eine hohe Aufmerksamkeit erfahren. Bislang hatte nur eine kleine, glückliche Gemeinschaft von Astronauten Zugang zum All. Wenn Reisen in den Weltraum aber massentauglich werden, könnte dies auch die Begeisterung für das Thema Raumfahrt anheizen, die damit ein positiveres Image bekäme. Und wenn der Tourismus auch uns Extra-Popularität bringt - großartig! "
Und so könnten die Urlauber in der Umlaufbahn indirekt dazu führen, dass neben dem Spaß auch die Notwendigkeit zur Forschung, zur Exploration und zur Wissenschaft wieder erkannt wird und mit neuen Projekten und mehr Finanzmitteln ausgestattet wird.