
Vingegaard wurde nach eigenen Angaben vor der schweren Bergetappe um 2 Uhr nachts geweckt, um sich einer Kontrolle zu unterziehen. "Man kann wohl sagen, dass es sicher nicht förderlich war", sagte der Däne mit Blick auf den Sturz. Vingegaard, der vor der Etappe Gesamtzweiter war, kam gut 22 Kilometer vor dem Ziel in einem Kreisverkehr zu Fall und musste danach das Rennen wegen eines Bruchs des Schlüsselbeins aufgeben.
Spitzenreiter Tadej Pogacar wurde um 5 Uhr kontrolliert und konnte danach nicht mehr schlafen, wie er sagte. "Nach einer Nacht, bei der der Schlaf ruiniert wird, liegt es vielleicht daran. Seine Tour ist ruiniert. Es ist wirklich traurig", sagte Pogacar.
Deutliche Kritik übte Remco Evenepoel aus Belgien, der die 15. Etappe gewann und nach eigenen Angaben nicht kontrolliert wurde. Nachts geweckt zu werden, um eine Blutprobe abzugeben, sei "unmenschlich und respektlos". Schlaf sei der einzige Moment, bei dem sich die Fahrer während der dreiwöchigen Rundfahrt erholen könnten. Evenepoel forderte ein Eingreifen der Fahrergewerkschaft.
Kontrollen normalerweise zwischen 6 und 23 Uhr
Dopingkontrollen finden in der Regel zwischen 6 Uhr und 23 Uhr statt. Nächtliche Dopingkontrollen sind zwar auch möglich, unterliegen aber strengeren Richtlinien, beispielsweise wenn konkrete Verdachtsmomente vorliegen. Einige Substanzen, darunter EPO, sind nach wenigen Stunden nicht mehr nachweisbar, wenn sie in Mikrodosen verabreicht werden.
Den letzten offiziellen Dopingfall während der Tour de France gab es 2022. Damals wurde der Kolumbianer Nairo Quintana posititv auf das verbotene Schmerzmittel Tramadol getestet.
Diese Nachricht wurde am 20.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
