Appetitzügler
US-Forscher: Abnehmspritzen zügeln auch Verlangen nach Alkohol

Die in Abnehmspritzen enthaltenden Wirkstoffe haben laut einer US-Studie möglicherweise auch Auswirkungen auf den Alkoholkonsum.

    Ein Mann drückt eine Hautfalte seines behaarten Bauchs zusammen und setzt sich eine Abnehmspritze Mounjaro.
    Eine Abnehmspritze (Illustration). (picture alliance / dpa / Oliver Berg)
    Die Medikamente verzögerten die Alkoholaufnahme ins Blut, berichtet das Fachmagazin Scientific. Die Wissenschaftler der US-Universität Virginia Tech führten folgenden Versuch durch: Testpersonen, die mit Abnehmspritzen behandelt wurden, und eine Kontrollgruppe erhielten die gleiche Menge Alkohol. Ergebnis: Die erste Probanden-Gruppe fühlte sich weniger betrunken, auch der Alkoholgehalt in ihrem Atem stieg langsamer an als bei der anderen Gruppe.
    Laut den Forschenden bremsen die in Abnehmspritzen enthaltenen Wirkstoffe Semaglutid, Liraglutid und Tirzepatid die Magenentleerung. Weil der Alkohol also länger im Magen bleibt, gelangt er verzögert ins Blut. Damit wird auch das Belohnungszentrum im Gehirn erst später aktiviert. Das Verlangen nach Alkohol nehme ab, heißt es in der Untersuchung.
    Ähnliche Ergebnisse hatte zuvor eine Studie der University of North Carolina mit dem Wirkstoff Semaglutid geliefert. Aufgrund hatten beide Studien nur eine kleine Teilnehmerzahl und eine begrenzte Dauer. Deshalb sind weitere Untersuchungen notwendig, um einen Zusammenhang zwischen den Abnehmpräparaten und dem Alkoholkonsum definitiv belegen zu können.
    Die verschreibungspflichtigen Abnehmspritzen sind ursprünglich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes entwickelt worden.
    Diese Nachricht wurde am 16.10.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.