NATO
US-General Grynkewich: "USA werden weitere Soldaten aus Europa abziehen"

Die USA wollen in den kommenden ‌Jahren weitere ⁠Truppen aus ⁠Europa abziehen. Der oberste NATO-Kommandeur, US-General Grynkewich, begründete dies in Brüssel nach einem Treffen mit führenden Militärs mit einer wachsenden Rolle der Europäer.

    Der Oberbefehlshaber der Nato-Truppen in Europa, Alexus Grynkewich, gestikuliert.
    Der Oberbefehlshaber der NATO-Truppen in Europa, US-General Alexus Grynkewich. (Jon Gambrell/AP/dpa)
    Wörtlich erklärte er laut der Nachrichtenagentur Reuters: "Da der europäische Pfeiler ⁠des ⁠Bündnisses stärker ⁠wird, ermöglicht dies den USA, ihre Präsenz ⁠in Europa zu reduzieren ⁠und sich darauf zu beschränken, ‌nur jene entscheidenden Fähigkeiten bereitzustellen, die die Verbündeten bislang noch nicht selbst bereitstellen ​können."
    Den Alliierten in Europa werde dabei ausreichend Zeit eingeräumt, die wegfallenden US-Streitkräfte durch eigene Einheiten zu ersetzen, erklärte der Oberbefehlshaber der US-Truppen in Europa weiter. Einen Zeitplan für den US-Teilabzug nannte er nicht. Grynkewich betonte aber, dass sich der Prozess über mehrere ​Jahre erstrecken werde.
    Die USA haben derzeit etwa 80.000 ‌Soldaten in Europa stationiert. Präsident Trump hatte jüngst angekündigt, mindestens 5.000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Vorausgegangen war Kritik von Bundeskanzler Merz an ‌der ‌US-Strategie im Iran-Krieg. Inwieweit ein direkter Zusammenhang bestehen könnte, ist weiterhin unklar.
    Derweil rief Trumps Stellvertreter, US-Vizepräsident Vance, die Europäer abermals auf, mehr Verantwortung für die gemeinsame Verteidigung zu übernehmen. Berichte über die geänderten Pläne waren bei amerikanischen Abgeordneten auf Kritik gestoßen. Sie fürchten, dass der Präsident die Verbündeten im Stich lassen könnte.
    Diese Nachricht wurde am 19.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.