
Powellerklärte in Washington, das US-Justizministerium habe der Federal Reserve sogenannte "Subpoenas" zugestellt. Das sind schriftliche Vorladungen oder Aufforderungen zur Herausgabe von Dokumenten unter Strafandrohung. Laut Powell hat das Ministerium der Zentralbank außerdem mit einer Anklage gedroht. Das Vorgehen werde mit seinen Aussagen vor dem Kongress zu einem Renovierungsprojekt am Gebäude der Fed begründet, sagte Powell.
US-Dollar und Aktienkurse geben nach
Powell warf der Regierung von Präsident Trump vor, die Unabhängigkeit der Federal Reserve in der Zinspolitik mit Hilfe eines Vorwands zu untergraben. Es gehe darum, ob die Notenbank weiterhin in der Lage sei, die Zinssätze auf Grundlage von Fakten und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen festzulegen – oder ob die Geldpolitik stattdessen durch politischen Druck und Einschüchterung bestimmt werde. Nach dem Bekanntwerden der Ermittlungen gaben sowohl der US-Dollar als auch die amerikanischen Aktienkurse nach.
Trump: "Ich weiß nichts davon"
Von der zuständigen Staatsanwaltschaft unter US-Bundesanwältin Pirro gab es zunächst keine Stellungnahme. Trump bestritt im Sender NBC, Kenntnis von den Ermittlungen des Justizministeriums zu haben. Der US-Präsident Trump hatte Powell in der Vergangenheit mehrfach beschimpft, weil die Fed Trumps Forderungen nach einer Senkung des Leitzinses zunächst nicht nachgekommen war.
Kritik von Demokraten und Republikanern
Das Vorgehen der US-Justiz stieß im Senat auch bei Politikern von Trumps republikanischer Partei auf Kritik. "Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit" des Justizministeriums stünden in Frage, sagte Senator Tillis aus North Carolina. Die demokratische Senatorin Warren sagte, Trump versuche "seine korrupte Übernahme" der US-Notenbank zu vollenden, indem er Powell verdränge und stattdessen eine "Marionette" einsetze.
Powell: "Ich setze meine Arbeit fort"
Powell erklärte, er habe unter vier Regierungen, sowohl republikanischen als auch demokratischen, für die Fed gearbeitet. "Jedes Mal habe ich meine Pflicht ohne Angst oder politische Begünstigung erfüllt und mich ausschließlich auf unser Mandat konzentriert", fügte er hinzu. Er beabsichtige, diese Arbeit fortzusetzen.
Diese Nachricht wurde am 12.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
