Montag, 28. November 2022

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US-Luftangriff auf syrische Stellungen
Wende in der amerikanischen Außenpolitik

Beim US-Militärschlag in Syrien handele es sich um eine Rückkehr zu der Haltung, dass die USA eine Art Weltgarant in grundsätzlichen Fragen seien, sagte der Friedensforscher Michael Brzoska im Deutschlandfunk. Der Angriff könnte einen Wendepunkt in der Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump markieren.

Michael Brzoska im Gespräch mit Stephanie Rohde | 09.04.2017

    Der Konflikt- und Friedensforscher Michael Brzoska (3. März 2008).
    Der Konflikt- und Friedensforscher Michael Brzoska. (imago / Hubert Jelinek)
    Bisher habe Trump ja die amerikanischen Interessen eher eng definiert. Nun aber argumentiere Trump, es liege im nationalen Interesse der Vereinigten Staaten, dass keine Chemiewaffen eingesetzt werden. Damit beziehe sich der Präsident klar auf eine internationale Norm, nämlich auf das C-Waffen-Verbot. Damit habe sich in den USA wohl auch die Fraktion der Internationalisten durchgesetzt, betonte Brzoska.
    Die grundlegenden politischen Positionen sind gleich geblieben
    Der Friedensforscher machte zugleich deutlich, dass sich auch nach dem mutmaßlichen Giftgas-Einsatz der syrischen Armee und dem anschließenden US-Militärschlag an der Lage am Boden nichts geändert habe. Die grundlegenden politischen Positionen seien ebenfalls gleich geblieben: Russland lege Wert darauf, dass Syriens Präsident Assad an Verhandlungen beteiligt werde, der Westen dagegen strebe eine Lösung ohne Assad an. Allerdings, so Brzoska, hätten die Ereignisse der vergangenen Woche sicherlich zu einem Nachdenken in Washington und Moskau geführt - und zu der Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen könne und man aufeinander zugehen müsse.
    Das vollständige Interview können Sie sechs Monate in unserer Mediathek nachhören.