Freitag, 07. Oktober 2022

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US-Medien und Trump
Keine Angst vorm Weißen Mann

Nach dem USA-Besuch von Angela Merkel wurde eine deutsche Journalistin für ihre Fragen an Donald Trump gefeiert - für Fragen, "die gestellt werden mussten", wie Reuters-Korrespondent Jeff Mason im DLF betonte. Auch die US-Medien würden daran arbeiten, das problematische Verhältnis zum Präsidenten zu verbessern - und zwar ohne Angst vor ihm zu haben.

Jeff Mason im Gespräch mit Stefan Koldehoff | 20.03.2017

    Journalisten fotografieren US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Smartphones.
    Journalisten fotografieren US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihren Smartphones. (picture alliance / Michael Kappeler / dpa)
    "Herr Präsident, ist es nicht auch eine Gefahr für Amerika, wenn 'America First' die Europäische Union schwächen würde? Und: Warum macht Ihnen Pressevielfalt eigentlich so große Angst, dass Sie so oft von Fake News sprechen und selbst Dinge behaupten, die dann nicht belegt werden können, wie die Äußerung, Obama habe Sie abhören lassen?" - die Fragen der dpa-Kanzlerkorrespondentin Kristina Dunz an den US-Präsident sorgten in den USA und darüber hinaus für große Aufmerksamkeit.
    Warum, ist für Jeff Mason klar: Die Fragen seien "einfach gut" gewesen und "mussten gestellt" werden, sagte der Präsident der Korrespondenten-Vereinigung im Weißen Haus und Washington-Korrespondent der Nachrichtenagentur Reuters im Deutschlandfunk.
    Grundsätzlich hätten sich im Weißen Haus seit dem Amtsantritt Trumps "einige Sachen geändert". So seien die Pressekonferenzen insgesamt kürzer geworden - und sei die Beziehung zwischen Presse und Weißem Haus insgesamt "nicht ohne Probleme". Doch die Medien arbeiteten daran. Von einer Angst vor Trump auf Seiten der Journalisten wolle er "auf keinen Fall" sprechen.
    Das Gespräch mit Jeff Mason können Sie hier nachhören.