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StartseiteSport AktuellIm Galopp in den Tod04.04.2019

US-PferdesportIm Galopp in den Tod

23 eingeschläferte Pferde in knapp drei Monaten - das ist die traurige Bilanz der Pferderennbahn Santa Anita Park in Kalifornien. Trotzdem gehen die Rennen auf dieser berühmten Rennbahnen in den USA weiter. Denn der Galoppsport generiert mit seinen Wetten Milliardenumsätze.

Von Heiko Oldörp

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 Jockeys und ihre Pferde auf der Rennstrecke Santa Anita Park in Kalifornien / USA. (AFP / Frederic J. Brown)
Auf einer der berühmtesten Rennbahnen der USA sind seit dem 26. Dezember 23 Pferde gestürzt und mussten eingeschläfert werden. (AFP / Frederic J. Brown)
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"Breaking news: another horse had to be euthanized after getting hurt at the Santa Anita race track."
"A twenty third horse died here."
"The growing concern of horse racing here in California."

Es sind ausschließlich negative Nachrichten, die derzeit von einer der berühmtesten Pferderennbahnen der USA kommen. Der Santa Anita Park, knapp 30 Autominuten nordöstlich von Los Angeles ist zu einer Art Pferdefriedhof geworden.

Untergrund der Bahn wurde überprüft

Seit Saisonbeginn am 26. Dezember haben sich 23 Tiere im Training oder im Rennen so schwer verletzt, dass sie eingeschläfert werden mussten. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es zehn tote Pferde gewesen.

Die gestiegene Zahl der Unfälle hat viele alarmiert. Nach dem 22. Todesfall wurde die Bahn Mitte März zweieinhalb Wochen gesperrt, der Untergrund geprüft, die Zahl der Tierärzte erhöht und Pferde intensiver auf Verletzungen untersucht. Am Freitag war die Wiedereröffnung der Strecke - und nur zwei Tage später gab es das 23. Opfer der Saison.

Tierschützer wollen Verbot erzwingen

Tierschützer protestieren und haben sich bereits an Kaliforniens Gouverneur Newsom gewandt. Sollten sie 600.000 Unterschriften sammeln, würde das für einen Antrag ausreichen, um darüber abzustimmen, ob Pferderennen fortgesetzt werden sollten oder nicht.

Auch in Washington ist der Fall bereits angekommen. Die demokratische Kongress-Abgeordnete, Judy Chu, will eine Untersuchung durch den US-Kongress. Ihr geht es vor allem darum, die Einname von Medikamenten am Wettkampftag zu verbieten. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf Lasix.

"Ich bin sehr besorgt. Lasix ist international verboten, wir hingegen nutzen es weiter. Ich frage mich, warum?"

Lasix ist ein Diuretikum, das Blutungen in der Lunge verhindert, die aufgrund der hohen Rennbelastungen entstehen können. Viele Experten sehen es daher als leistungssteigerndes Mittel.

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