Sport Aktuell 28.10.2019

US-Präsident"Sperrt ihn ein": Trump wird beim Baseball ausgebuhtVon Thilo Kößler

Beitrag hören US-Präsident Donald Trump besucht das Baseball-Finale der World Series zwischen den Houston Astros und den Washington National. (dpa / picture alliance / Andrew Harnik)US-Präsident Donald Trump besucht das Baseball-Finale der World Series zwischen den Houston Astros und den Washington National (dpa / picture alliance / Andrew Harnik)

Als erster US-Präsident seit 18 Jahren besucht Donald Trump ein Baseball-Spiel der World Series. Das Publikum beim Heimspiel in Washington, D.C. bereitet ihm keinen herzlichen Empfang – ganz im Gegenteil.

Der Präsident kam acht Minuten vor Spielbeginn gewissermaßen durch die Hintertür – er nahm in Begleitung seiner Frau und seiner engsten republikanischen Claqueure den Aufzug in die Promi-Box des Stadions und winkte in die Menge, die bis dahin noch gar nichts von seiner Ankunft mitbekommen hatte.

Als die Kameras das Präsidentenpaar einfingen und die Bilder auf die Großleinwände projizierten, setzte nicht etwa Beifall ein, wie es der Respekt für den Präsidenten gebietet - sondern ein lautes Buhkonzert, das zu Protestrufen anschwoll: "Lock him up", sperrt ihn ein, rief die Menge in Anlehnung an die Trump-Fans, die während seiner Wahlkampfauftritte stets gerufen hatten, man solle seine demokratische Gegenkandidatin Hillary Clinton einsperren.

Trump meidet Washington in der Öffentlichkeit

Die Protestrufe ebbten erst ab, als die Kameras zu Angehörigen des US-Militärs schwenkten – was einige Zuschauer dazu nutzten, ein Plakat mit der Aufschrft "Veterans for Impeachment" - Veteranen für die Amstenthebung - auszurollen.

Die Entscheidung, den symbolischen ersten Ball nicht selbst zu werfen, sondern das dem beliebten Starkoch der Armenküchen, José Andrés, zu überlassen, dürfte vor diesem Hintergrund wohl eine der rationaleren Entscheidungen gewesen sein, die Donald Trump während seiner fast dreijährigen Amtszeit getroffen hat.

Der Präsident sah sich vermutlich in seiner Abneigung gegen die Demokraten-Hochburg Washington DC bestätigt. Tatsächlich lässt sich Donald Trump in der Öffentlichkeit Washingtons kaum blicken - wenn er auswärts isst, dann stets nur in seinem eigenen Trump-Hotel oder auf anderem sicheren Gelände.

Und so dürfte ihm auch die Niederlage der Washington Nationals gegen die Houston Astros am Ende kaum ans Herz gegangen sein. 

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