
Die ursprünglich für März geplante Reise hatte Trump wegen des Iran-Kriegs verschoben. Der Krieg soll auch Thema sein. Trump sagte im Vorfeld, er erwarte dazu "ein langes Gespräch" mit Xi. China bezieht einen Großteil seines Rohöls vom Iran und anderen Golfstaaten. Kurz vor der Visite telefonierte der chinesische Außenminister Wang Yi mit seinem pakistanischen Kollegen Dar und forderte Islamabad dazu auf, die Vermittlungsbemühungen zwischen den USA und dem Iran zu intensivieren. Dabei solle auch eine Öffnung der weitgehend blockierten Straße von Hormus thematisiert werden.
Neben dem Iran-Krieg dürfte die Handelspolitik größtes Thema werden. Im Handelsstreit der weltgrößten Volkswirtschaften hatte Trump vergangenes Jahr die Import-Zölle für chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent erhöht, worauf Peking mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent reagierte. China führte zudem Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe ein, was die Industrie in zahlreichen Ländern beeinträchtigte. Ein Treffen im Oktober zwischen Staatschef Xi Jinping und Trump leitete eine vorübergehende Pause im Zollstreit ein. Trump wird von einer Wirtschaftsdelegation begleitet, mit dabei sind unter anderem Elon Musk als Chef der Konzerne Tesla und SpaceX, der Apple-Vorstandsvorsitzende Tim Cook und Boeing-Vorstand Robert Ortberg.
Auch über Waffenlieferungen an Taiwan will Trump auf Drängen von Xi sprechen. Das kommt einem Tabubruch gleich: Ein ehernes Grundprinzip aus der Zeit von Präsident Ronald Reagan besagt, dass Washington Peking nicht vor solchen Rüstungsgeschäften konsultiert.
Neben den Gesprächen mit Xi steht für Trump unter anderem ein Besuch im Himmelstempel der kaiserlichen Ming- und Qing-Dynastien auf dem Programm. Am Freitag sind eine Teezeremonie mit Xi und Trump sowie ein Arbeitsessen geplant.
Diese Nachricht wurde am 13.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
