Scharfer Kritiker Russlands
US-Senator Lindsey Graham gestorben - Trump würdigt langjährigen Verbündeten

Der US-Senator und Republikaner Lindsey Graham ist tot. Nach Angaben seines Büros starb der 71-Jährige nach kurzer plötzlicher Krankheit. Graham war seit 2003 Senator des Bundesstaats South Carolina. Er galt als langjähriger Verbündeter von US-Präsident Trump.

    Der Republikaner Lindsey Graham an einem Rednerpult
    Der Republikaner Lindsey Graham ist gestorben. (afp / picture alliance / Erik S. Lesser)
    Graham war gerade erst von einer Reise aus der Ukraine zurückgekehrt, wo er den ukrainischen Präsidenten Selenskyj getroffen hatte. Der Senator war ein scharfer Kritiker Russlands. Zuletzt hatte er im US-Senat eine Einigung auf neue Sanktionen gegen Moskau wegen des Kriegs gegen die Ukraine ausgehandelt. Auch it Blick auf den Iran vertrat Graham außenpolitisch eine harte Linie.

    Vom Trump-Kritiker zum Unterstützer

    Graham wurde 1994 erstmals in das US-Repräsentantenhaus gewählt. 2002 zog er für den Bundesstaat South Carolina in den Senat ein und wurde seitdem drei Mal wiedergewählt. 2015 bewarb er sich um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, zog seine Bewerbung aber noch vor den Vorwahlen wegen schlechter Umfrageergebnisse zurück.
    Nach dem ersten Wahlsieg von US-Präsident Trump, trat Graham - entgegen früherer Aussagen - als überzeugter Unterstützer auf. Mit Blick auf den Umgang mit Russland scheute er einen offenen Konflikt mit ​Trump. Allerdings kritisierte er dessen Entscheidung, etwa 1.500 seiner Anhänger zu ​begnadigen, die am 6. Januar 2021 das US-Kapitol angegriffen hatten.
    Trump würdigte Graham auf seiner Plattform als einen der großartigsten Menschen, den er kenne, und als einen amerikanischen Patrioten.

    Mehrfach Gast in München

    Graham war zuletzt Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Senats. Mehrfach war er bei der Münchner Sicherheitskonferenz zu Gast. Mit Trumps Unterstützung wollte Graham bei den Zwischenwahlen im November das fünfte Mal für den Senat kandidieren.
    Diese Nachricht wurde am 12.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.