Krieg im Nahen Osten
US-Sondergesandter Witkoff legt neuen Vorschlag für Feuerpause vor

Der US-Sondergesandte für den Nahen Osten, Witkoff, hat Medienberichten zufolge einen neuen Vorschlag für eine Feuerpause im Gazastreifen vorgelegt. Diese soll zwei Monate gelten und die Freilassung weiterer Geiseln aus der Gewalt der militant-islamistischen Hamas umfassen.

    Palästinenser fliehen in Gazastadt vor den israelischen Angriffen. Man sieht eine völlig zerstörte Häuserstraße.
    Der US-Sondergesandte Witkoff hat nach Medienberichten einen neuen Vorschlag für eine Feuerpause im Gazastreifen gemacht. (IMAGO / Xinhua / IMAGO / Rizek Abdeljawad)
    Die "Jerusalem Post" berichtet, es sollten zehn der noch lebenden Geiseln und die Leichen von 18 weiteren übergeben werden. Derzeit sollen sich noch 58 Geiseln in der Gewalt der Hamas befinden.
    Im Gegenzug soll Israel mehr als 100 inhaftierte Palästinenser auf freien Fuß setzen, außerdem mehr als 1.100 Menschen aus dem Gazastreifen, die seit dem Terrorangriff der Hamas festgenommen wurden. Zudem sollen die Leichen von 180 getöteten Palästinensern übergeben werden.

    Abkehr von Versorgung durch umstrittene Stiftung

    In dem amerikanischen Vorschlag ist den Angaben zufolge außerdem eine Abkehr von der Versorgung mit Hilfsgütern durch die umstrittene US-israelische Stiftung "Gaza Humanitarian Foundation" vorgesehen. Stattdessen sollten wieder die Vereinten Nationen die Zivilbevölkerung im Gazastreifen versorgen.

    Formulierungen bewusst vage gehalten

    Während der zweimonatigen Feuerpause sollen laut dem Witkoff-Papier Verhandlungen über die Freilassung sämtlicher Geiseln aus der Gewalt der Hamas geführt werden. Außerdem sei das Ziel, in dieser Zeit eine Lösung zur Beendigung des Krieges im Gazastreifen zu finden. Die Zeitung "Haaretz" weist allerdings darauf hin, dass die Formulierungen über ein Ende des Krieges bewusst sehr vage gehalten sind, um beiden Seiten eine Zustimmung zu ermöglichen.
    Israels Regierungschef Netanjahu zeigte sich einem Medienbericht zufolge einverstanden mit den Vorschlägen des US-Sondergesandten. Aus Kreisen der Hamas hieß es, der Vorschlag der USA falle einseitig zugunsten Israels aus. Er enthalte auch keine Garantien für die Absicherung einer Feuerpause.
    Diese Nachricht wurde am 29.05.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.