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US-Vorwahlkampf
Trump unterzeichnet Loyalitätseid der Republikaner

Donald Trump hat eine Teilnahme als unabhängiger Kandidat an der Präsidentschaftswahl 2016 ausgeschlossen. Der Immobilien-Mogul versprach in New York, er werde bei der Wahl auf der Seite der Republikaner stehen. Trump liegt Umfragen zufolge weiterhin im republikanischen Bewerberfeld vorn.

Von Marcus Pindur | 04.09.2015
    Donald Trump in New York
    Donald Trump hat ein schriftliches Versprechen unterzeichnet, dass er unabhängig vom Ausgang des Nominierungsrennens den republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen werde. (dpa/picture-alliance/ Peter Foley)
    Es wäre für die republikanische Partei ein Schreckensszenario: Ein unabhängiger Kandidat, der das republikanische Wählerspektrum spalten und Personal und Ressourcen aus dem republikanischen Wahlkampf abziehen und so den Demokraten in die Hände spielen würde. Die republikanische Parteiführung hatte deshalb von allen Kandidaten eine Art Loyalitätserklärung verlangt. Sie sollen eine spätere Kandidatur gegen die republikanische Partei ausschließen. Das zielt natürlich in erster Linie auf Donald Trump.
    "Ich habe den Eid unterzeichnet. Ich schwöre der republikanischen Partei und den konservativen Prinzipien, für die sie steht, vollkommen meine Treue", so Trump nach einem Treffen mit dem republikanischen Parteichef Reince Priebus. Der 69-Jährige unterzeichnete ein schriftliches Versprechen, dass er unabhängig vom Ausgang des Nominierungsrennens den republikanischen Präsidentschaftskandidaten unterstützen werde. Bei der ersten TV-Debatte Anfang August hatte Trump nicht versprechen wollen, dass er bei einer Niederlage im Vorwahlkampf der Republikaner auf einen Alleingang verzichte.
    "Er werde einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten respektieren, aber er könne nicht versprechen, in diesem Fall nicht als unabhängiger Kandidat ins Rennen zu gehen, so Trump noch vor einem Monat."
    Mittlerweile hat sich seine die Stellung im Bewerberfeld gefestigt. Auf die Frage einer Reporterin, was sich denn für ihn geändert habe, antwortete Trump gestern Abend:
    "Meine Zustimmungsrate ist raketenartig nach oben gestiegen. Ich bin sehr schnell auf den ersten Platz gestiegen, und die Führung der republikanischen Partei behandelt mich jetzt mit großem Respekt."
    Trump schlachtet das Thema illegale Einwanderung populistisch aus
    Wie lange sich Trump dieses Respektes sicher sein kann, bleibt abzuwarten, denn das republikanische Establishment sieht seinen Höhenflug mit großem Unbehagen. Sein schroffer Stil gegenüber Latinos verschreckt die am schnellsten wachsende Wählergruppe. Trump schlachtet das Thema illegale Einwanderung populistisch aus und stellt sich als Gegenentwurf zur politischen Elite in Washington dar. Immer wieder betont er, dass er seinen Wahlkampf komplett selbst finanziere und anders als sein Widersacher Jeb Bush nicht von Spendern abhängig sei.
    Bush ist das Lieblingsziel von Trumps Sticheleien gegen das Establishment. Jüngst forderte er Bush auf, auf Wahlkampfveranstaltungen gefälligst Englisch zu sprechen. Jeb Bush ist mit einer Mexikanerin verheiratet, spricht fließend Spanisch und hat in der Latino-Gemeinde einen guten Ruf. Er greift Trump immer wieder wegen dessen grobschlächtiger Rhetorik an.
    "Ein Kandidat im republikanischen Bewerberfeld versucht, mit Angstmacherei Politik zu machen. Seine politische Philosophie dreht sich nicht um die Güte und Größe des amerikanischen Volkes und ist zu pessimistisch."
    Doch nach der neuesten Umfrage liegt die Zustimmung unter republikanischen Wählern für Trump bei 30 Prozent, Bush ist mit acht Prozent weit abgeschlagen. Nach wie vor gibt aber eine Mehrheit in der republikanischen Partei an, auf keinen Fall für Trump stimmen zu wollen.
    Mit der Unterzeichnung des Loyalitätseides hat Trump sich erstmals den Regeln konventioneller Politik unterworfen. Ob das seinem Mythos als Anti-Establishment-Kandidat Schaden zufügt, wird sich noch zeigen. Der Sommer der Anarchie, den Donald Trump der republikanischen Partei beschert hat, ist noch lange nicht vorbei.