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USA
Keiner lacht mehr über die Grusel-Clowns

Über die Sozialen Medien drohen verkleidete Clowns mit Angriffen, Kidnapping oder Explosionen an Schulen: In den USA verbreiten die Grusel-Clowns nicht allein Schreck, die Clown-Panik nimmt zum Teil bedrohliche Züge an. Wer oder was hinter den Clown-Auftritten steckt, darüber wird gerätselt.

Von Martina Buttler | 22.10.2016

Sogenannte Grusel-Clowns erschrecken in ganz Deutschland Menschen - teilweise verletzen sie sie auch (Aufnahme vom 29.10.2015).
In den USA erschrecken Grusel-Clowns die Menschen schon länger. (dpa / picture alliance / Erik S. Lesser)
Weiß geschminktes Gesicht, rote Nase, rote Haare – das haben die meisten Clowns gemeinsam. Tausende wurden in den letzten Wochen in den USA gesichtet. Am Straßenrand, im Wald, besonders häufig aber an Schulen und Unis. Und sie machen den Menschen Angst. Lange ist nichts passiert. Die Clowns waren ein gruseliger Schreck. Doch das hat sich geändert. Amy Jones aus Oklahoma kann nicht mehr über die Clowns lachen.
Amy hatte Angst um ihr Leben als sie von zwei Clowns im Auto überfallen wurde. Sie fesselten ihr die Hände, drückten Zigaretten auf ihrer Wange aus und schrieben "Clownpossy" auf ihre Haut. Dabei wollte Amy eigentlich nur einer vermeintlich liegen gebliebenen Autofahrerin helfen und hielt abends am Straßenrand an:
"Ich dachte, das kann nicht echt sein. Wir haben schon so lange drüber geredet, wie verrückt das ist."
Über die sozialen Medien drohen verkleidete Clowns mit Angriffen, Kidnapping oder Explosionen an Schulen. Die Polizei sagt schon länger, dass nun Schluss mit lustig sein müsse. In Pennsylvania gingen Hunderte Studenten auf Clownjagd.
Immer mehr Aktionen gegen Clowns
In einem Bezirk in Mississippi wurde diese Woche das Tragen von Clowns-Kostümen verboten. Wer doch damit erwischt wird, muss 150 Dollar Strafe zahlen. Die Clown-Panik nimmt zum Teil bedrohliche Züge an. An einigen Orten setzt die Polizei zusätzliche Streifen ein. Wer oder was hinter den Clown-Auftritten steckt, darüber wird gerätselt. Manche meinen, es sei ganz einfach kurz vor Halloween, andere vermuten einen PR-Gag für die Neuverfilmung von "Es" mit Grusel-Clown Pennywise, die nächstes Jahr ins Kino kommen soll:
Stephen King versuchte schon, über Twitter zu beruhigen: Die meisten Clowns seien nett und wollten Menschen zum Lachen bringen. Aber Profi-Clowns wie Laurie Hurley berichten auf "NPR", dass sie um ihr Leben fürchten:
"Zum einen rufen viele an und sagen Auftritte ab. Das schadet mir und meiner Familie. Und wenn ich als Clown verkleidet durch die Straßen fahre und die Leute gucken mich an, als ob ich einer der fürchterlichen Clowns wäre. Gerade vorher haben sie irgendwo gehört, dass sie die Dinge selbst regeln sollen, wenn sie einen sehen. Dann bin ich in Gefahr."
McDonalds setzt sein Maskottchen inzwischen nicht mehr ein, weil es niemandem Angst machen soll. Die einzigen, die mit der Clown-Hysterie Geschäfte machen, sind vor Halloween die Make-up- und Kostümverkäufer. Ihr Umsatz soll zum Teil um 300 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sein. Einige haben die Kostüme aber auch aus dem Verkehr gezogen. Sie wollen der Clown-Hysterie irgendwie ein Ende setzen.