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USA
Trump hilft dem Aktienkurs der Deutschen Bank

Die Firmen des designierten US-Präsident Donald Trump haben offenbar noch Kredite in Höhe von 300 Millionen US-Dollar bei der Deutschen Bank laufen. Der Aktienkurs profitiert jedenfalls von seiner Wahl.

Von Brigitte Scholtes | 23.12.2016

Deutsche Bank-Manager an der New York Stock Exchange (NYSE).
Deutsche Bank-Manager an der New York Stock Exchange (NYSE). (dpa / NYSE / Alyssa Ringler )
Bisher profitiert die Deutsche Bank vom Sieg Donald Trumps bei der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten: Seit seiner Wahl am 9. November hat der Aktienkurs um etwa 15 Prozent zugelegt. Das hat verschiedene Gründe. Der wichtigste davon dürfte die Ankündigung des designierten Präsidenten sein, er wolle die Bankenregulierung zurückfahren. Ob das tatsächlich so kommt, daran hat Martin Lück, Chefanlagestratege des Vermögensverwalters Black Rock seine Zweifel:
"Das ist natürlich auch immer ein hehres Wahlkampfversprechen. Wahlkampfversprechen sind billig, solange man sie nicht tatsächlich realisieren muss. Einerseits ist Amerika mit seiner Bankenregulierung nicht so schlecht gefahren."
Viele Banker im Beraterkreis von Trump
Doch die Minister- und Beraterriege, die Donald Trump um sich versammelt, besteht zum großen Teil aus Finanzfachleuten, die bei der amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs gearbeitet haben – wie Gary Cohn, bisher Vizepräsident der Bank, der sein Wirtschaftsberater wird, oder Steven Mnuchin, der designierte Finanzminister als auch Steve Bannon, sein Chef-Berater. Das könnte ein Anzeichen sein, dass Trump die Regulierung des scheidenden Präsidenten Barack Obama doch rückabwickelt. Und das hätte Folgen, sagt Anlagestratege Lück:
"Wenn sich Amerika darauf verständigt, tatsächlich die Bankenregulierung deutlich zurückzufahren, dann würde ein so großer Wettbewerbsvorteil für amerikanische Banken gegenüber europäischen bestehen, dass man in einer Globalisierung Finanzwelt dann nahezu gezwungen wäre, in Europa auch nachzulegen. Aber das liegt dann im Ermessen der europäischen Regierungen, der EU-Kommission und auch der nationalen Regulierer. Ich würde mir dann aber vorstellen, dass sich der Druck aus Amerika auf diese Institutionen erheblich erhöht."
Das würde den Geldhäusern und damit auch der Deutschen Bank das Geldverdienen erleichtern. Ob es ihr auch Vorteile bringt, dass sie selbst Geschäftsbeziehungen mit Trumps Immobilienkonzern hat, ist jedoch nicht ausgemacht.
Die Deutsche Bank gehört laut "Wall Street Journal" zu den größten Kreditgebern von Trumps Firma, angeblich soll sie ihm seit 1998 insgesamt schon 2,5 Milliarden Dollar geliehen haben, von denen er etwa 300 Millionen Dollar noch nicht zurückgezahlt habe. Diese Kredite will sie jetzt zum Teil angeblich restrukturieren. Damit soll ein Interessenkonflikt zwischen dem Kreditnehmer – der Firma von Trump - und dem Präsidenten Trump verhindert werden.