Vor Trump-Besuch in Peking
USA und China wollen in Südkorea über Handelsthemen beraten

Kurz vor dem China-Besuch von US-Präsident Trump wollen beide Seiten noch einmal in Südkorea über strittige Handelsthemen beraten.

    US-Präsident Trump neben Chinas Staatschef Xi. Im Hintergrund ist ein Teil der amerikanischen Flagge zu sehen.
    US-Präsident Trump und Chinas Staatschef Xi im südkoreanischen Busan (Archivbild) (picture alliance / AP / Mark Schiefelbein)
    Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums wird dafür Vize-Ministerpräsident He Lifeng morgen mit einer Delegation nach Seoul reisen. US-Finanzminister Bessent kündigte an, He übermorgen dort zu treffen. Beide hatten ihre Länder auch in den zurückliegenden Verhandlungsrunden vertreten.
    Im Handelsstreit der weltgrößten Volkswirtschaften hatte Trump vergangenes Jahr die Import-Zölle für chinesische Waren auf bis zu 145 Prozent erhöht, worauf Peking mit Gegenzöllen in Höhe von 125 Prozent reagierte. China führte zudem Exportkontrollen auf wichtige Rohstoffe ein, was die Industrie in zahlreichen Ländern beeinträchtigte. Ein Treffen im Oktober zwischen Staatschef Xi Jinping und Trump leitete eine vorübergehende Pause im Zollstreit ein.
    Ab Mittwoch wird der US-Präsident zu einem Besuch in China erwartet. Bei Gesprächen zwischen Trump und Xi soll es um eine Reihe von Streitthemen und um ein mögliches Handelsabkommen gehen.
    May-Britt Stumbaum, Direktorin der sicherheitspolitischen Denkfabrik Spear-Institute, schätzt den Gipfel als Symbolpolitik ein.
    Stumbaum sagte im Deutschlandfunk, das Treffen werde keinen großen Durchbruch darstellen. Trump brauche schöne Bilder und gute Nachrichten, die chinesische Seite wolle die direkte Kommunikation zu den USA offenhalten. China sei gut darin, das beste aus der Weltsituation zu machen, sagte Stumbaum - so spiele der Staat zu seinem Vorteil aus, dass die USA durch den Irankrieg in der Welt an Rückhalt verlören. Auch lerne die kampfunerfahrene Volksrepublik aktuell viel aus der Kriegsbeobachtung.
    Auch bei der Frage um Taiwan spiele der Irankrieg eine Rolle. Das US-Waffenarsenal leere sich, erklärte Stumbaum. Das habe direkte Auswirkungen auf die Verteidigungsmöglichkeiten Taiwans, die vor allem auf den Vereinigten Staaten basierten.
    Diese Nachricht wurde am 11.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.