Treffen in Washington
USA und Dänemark reden über Grönland

Die dänische Regierung sucht im Streit um Grönland das direkte Gespräch mit Washington. Zum heutigen Treffen mit Außenminister Rubio will auch US-Vizepräsident Vance dazukommen.

    Ein Schiff der dänischen Marine patrouilliert vor Nuuk in Grönland
    Ein Schiff der dänischen Marine patrouilliert vor Nuuk in Grönland (IMAGO / Depositphotos / njarvis via imago-images.de)
    Für Dänemark führt Außenminister Rasmussen die Gespräche am Vormittag in Washington. An dem Treffen soll auch die grönländische Außenministerin Motzfeldt teilnehmen. Hintergrund sind Äußerungen von US-Präsident Trump. Er hatte wiederholt erklärt, dass er Grönland in Besitz nehmen will und auf die strategische Bedeutung der Insel sowie die Bedrohung durch Russland und China verwiesen.
    Vizepräsident Vance hat nach Angaben der dänischen Ministerpräsidentin Frederiksen erst kurzfristig entschieden, teilzunehmen. Eigentlich sei das Treffen auf Ebene der Außenminister vereinbart worden, sagte Frederiksen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem grönländischen Regierungschef Nielsen in Kopenhagen. Sowohl Frederiksen als auch Nielsen betonten, dass Grönland nicht zum Verkauf stehe und nicht von USA annektiert werden könne.

    Regierungschefin Frederiksen: "Dänemark will der gute Verbündete sein"

    Es sei nicht leicht gewesen, "völlig inakzeptablem Druck unseres engsten Verbündeten standzuhalten", sagte Frederiksen. Das Schwerste sei aber noch nicht geschafft, warnte sie. Man wolle den Amerikanern in dem Gespräch eine stärkere Zusammenarbeit beim Schutz der Arktis im Rahmen der NATO und mit europäischen Verbündeten anbieten. Dänemarks Angebot sei, weiterhin "der gute Verbündete zu sein, der wir seit vielen, vielen Jahren sind", so die Regierungschefin.

    Wadephul: Können Lösung zu Grönland im Rahmen der NATO finden

    Nach einem Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Rubio gab sich Bundesaußenminister Wadephul zuversichtlich, dass eine Lösung zu Grönland im Rahmen der NATO zu finden sei. Das Militärbündnis entwickele gerade konkrete Vorschläge, wie die Sicherheit im arktischen Raum garantiert werden könne. Deutschland werde dabei auch Beiträge leisten. Zu den Drohungen von US-Präsident Trump, die zu Dänemark gehörende Insel gewaltsam zu übernehmen sagte Wadephul, es gebe "keinen Anhaltspunkt dafür, dass das ernsthaft erwogen" werde.

    US-Kongressabgeordneter schlägt Annexion Grönlands vor

    Aus dem US-Kongress kam unterdessen eine weitere Initiative, um Grönland den USA einzuverleiben. Der Kongressabgeordnete Fine aus Florida brachte einen Gesetzentwurf ins Abgeordnetenhaus ein, der Trump "alle nötigen Schritte" einräumt, um "Grönland zu annektieren oder zu erwerben". Die Insel sei "ein lebenswichtiger Bestandteil" der nationalen Sicherheit der USA, erklärte Fine.
    Diese Nachricht wurde am 14.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.