Florida
USA und Ukraine nennen Gespräche über Ende des russischen Angriffskrieges "produktiv" - Rubio: Moskau muss einbezogen werden

Die Beratungen der USA und der Ukraine über weitere Details des amerikanischen Planes für ein Ende des russischen Angriffskrieges waren nach Auskunft beider Seiten bislang produktiv. US-Außenminister Rubio sieht noch Verhandlungsbedarf. Offen ist, wie Russland auf das Ergebnis reagieren wird.

    Das Foto zeigt die Delegationen der USA und der Ukraine bei Gespräche in Florida - mit US-Außenminister Rubio (Mitte links) und dem ukrainischen Delegationsleiter Umerow.
    Die Spitzengespräche zwischen USA und Ukraine in Florida haben begonnen. (AFP / CHANDAN KHANNA)
    Die Delegationen in Florida waren hochrangig besetzt. Auf US-Seite nahmen Außenminister Rubio, der Sondergesandte Witkoff und der Schwiegersohn von Präsident Trump, Kushner, an dem Treffen teil.

    Rubio: "Es geht nicht nur um Friedensabkommen"

    Rubio sagte im Anschluss, es bleibe noch Arbeit, um den Krieg zu beenden. Es gebe viele Unwägbarkeiten. Zudem müsse Russland einbezogen werden.
    Im Vorfeld hatte er gesagt, es gehe nicht nur darum, einen Krieg zu beenden. In Videos von anwesenden Journalisten, die in US-Medien und sozialen Netzwerken verbreitet wurden, war zu hören, wie der US-Außenminister das wirtschaftliche Potenzial der Ukraine hervorhob. Demnach betonte er, es auch gehe darum, einen Weg zu schaffen, der Souveränität, Unabhängigkeit und Wohlstand der Ukraine garantiere.

    Ukraine ohne Jermak - mit Umjerow an der Spitze

    Die ukrainische Delegation wurde von Rustem Umjerow geleitet. Er war bis Juli Verteidigungsminister und ist mittlerweile Chef des Sicherheitsrates. Der bisherige Delegationsleiter und Chefunterhändler Jermak war nicht mitgereist. Er war vor kurzem im Zuge von Korruptionsermittlungen als Chef des ukrainischen Präsidialamtes zurückgetreten.
    Umjerow sagte nach den Beratungen in Florida ebenfalls, diese seien produktiv verlaufen. Er hatte vorher erklärt, dass er klare Vorgaben habe. Dazu zähle, die Interessen der Ukraine zu wahren, einen substanziellen Dialog zu sichern und auf Grundlage der bei den in Genf erzielten Fortschritten voranzugehen.

    Ursprünglicher US-Plan in Genf abgemildert

    Der ursprüngliche Plan der USA war - etwas zugespitzt - als Wunschliste des Kremls kritisiert worden. So sollte die Ukraine neben der Krim und den anderen von Russland besetzten Gebiete auch nicht eroberte Regionen aufgeben. Zudem sollte die Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft verzichten und ihre Streitkräfte stark verkleinern. Bei den Gesprächen in Genf, auf die Umjerow anspielte und an denen auch die Europäer beteiligt waren, wurde der 28-Punkte-Plan abgemildert. Moskau beharrt aber auf dem Rückzug der ukrainischen Armee aus den von Russland beanspruchten Gebieten.

    Selenskyj hält Fortschritte für realistisch

    Gestern hatte der ukrainische Präsident Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft erklärt, er halte Fortschritte in den nächsten Tagen durchaus für realistisch. Witkoff wird in der kommenden Woche nach Moskau reisen, um mit Kremlchef Putin Gespräche über den Krieg zu führen.
    Diese Nachricht wurde am 30.11.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.