Amsterdam
Van-Gogh-Museum warnt vor Schließung wegen Reparaturbedarf

Das Amsterdamer Vincent-van-Gogh-Museum sieht sich ohne Reparaturhilfe der Regierung von der Schließung bedroht. Das Gebäude, das dem niederländischen Staat gehört, sei in einem so schlechten Zustand, dass dringende und umfangreiche Reparaturen erforderlich seien, sagte Museumsdirektorin Emilie Gordenker

    Besucher im Februar 2023 im Van Gogh Museum in Amsterdam in de Jubiläums-Sonderausstellung "Choosing Vincent - Portrait of a Family History".
    Van Gogh Museum in Amsterdam (Archivbild) (picture alliance / Xinhua)
    "Wenn wir uns nicht um die notwendige Instandhaltung kümmern, werden wir schließen müssen", sagte sie. Eine große Instandhaltung an dem mehr als 50 Jahre alten Gebäude solle 2028 beginnen und drei Jahre dauern, sagte Gordenker. Das Museum habe zwei Jahre lang mit der Regierung über die Finanzierung der Kosten in Höhe von 104 Millionen Euro verhandelt. Eine Lösung sei jedoch nicht gefunden worden. Jetzt werde es aber dringend, sagte die Direktorin.
    Seit seiner Eröffnung im Jahr 1973 haben fast 57 Millionen Besucher das Museum besucht, um Werke wie die "Sonnenblumen", die "Mandelblüte", "Die Kartoffelesser" und eine farbenfrohe Darstellung von van Goghs Schlafzimmer in der französischen Stadt Arles zu bewundern.
    Gordenker sagte, dringend repariert werden müssten die Klimaanlage, die Aufzüge und das Abwassersystem. Während der Renovierung müsse das Museum teilweise geschlossen werden, wodurch es dann weniger Einnahmen aus dem Kartenverkauf haben werde.
    Das Kulturministerium erklärte, das Museum erhalte einen jährlichen Zuschuss, der für die notwendigen Instandhaltungsarbeiten ausreichen müsse. Dieser basiere auf einer umfangreichen Expertise, die das Ministerium in Auftrag gegeben habe. Das Museum habe im vergangenen Jahr Einspruch gegen den Subventionsbeschluss erhoben und kürzlich vor einem niederländischen Gericht Berufung eingelegt, die im Februar nächsten Jahres verhandelt werde.
    Ursprung des Streits ist dem Museum zufolge eine Entscheidung der Familie van Goghs, mehr als 200 Gemälde, 500 Zeichnungen und 900 Briefe zusammen mit Werken von Zeitgenossen wie Paul Gauguin an eine 1962 gegründete Stiftung zu übertragen, um die Sammlung zusammenzuhalten. Im Gegenzug verpflichtete sich die Regierung, ein Museum zu bauen und zu unterhalten, in dem die Werke ausgestellt werden. Museumsdirektorin Gordenker ist der Ansicht, dass die Regierung auch die Arbeiten finanzieren sollte, die das Museum jetzt benötigt.
    Diese Nachricht wurde am 29.08.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.