Montag, 26. Februar 2024

IAA
Verband der Automobilindustrie beklagt schlechte Rahmenbedingungen in Deutschland

Die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie, Müller, fordert bessere Rahmenbedingungen für ihre Branche. Der Standort Deutschland sei nicht mehr wettbewerbsfähig, warnte Müller im Deutschlandfunk. Das liege an zu hohen Energiekosten, mangelnder Rohstoff-Absicherung und an fehlenden Handelsabkommen.

05.09.2023
    Hildegard Müller, Präsidentin Verband der Automobilindustrie (VDA), hält eine Rede vor einer Videoleinwand.
    Hildegard Müller, Präsidentin Verband der Automobilindustrie (VDA), hält die Kürzung von Prämien für Elektroautos für falsch. (picture alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
    Außerdem kritisierte Müller die hohen Steuerabgaben und das Ausmaß der Bürokratie. Als Folge zögen andere Regionen der Welt an Deutschland vorbei.
    Als falsch bezeichnete die Verbandschefin die Kürzung von Förderprämien für Elektroautos. Man erlebe in diesem Jahr massive Einbrüche auf dem Markt, gleichzeitig habe die Bundesregierung aber amitionierte Ziele, was den Ausbau der E-Mobilität angehe. Wichtiger als Subventionen sei es aber, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen.

    VDA: Deutsche Autobauer hoch wettbewerbsfähig

    Die deutsche Autoindustrie an sich bezeichnete Müller als hoch wettbewerbsfähig. Davon zeugten die vielen Weltneuheiten auf der internationalen Automesse IAA in München. Hier würden auch vermehrt kleinere und mittelgroße Autos vorgestellt, die in Massenproduktion dann zu vergleichbaren Preisen wie PKW mit Verbrennermotor angeboten werden könnten, "wenn nicht günstiger", so Müller.
    Mercedes-Chef Källenius hingegen rechnet auf absehbare Zeit mit höheren Kosten für Elektroautos. Diese könnten nicht eins zu eins über den Preis an die Kunden weitergegeben werden, sagte er im Vorfeld der IAA. Umso wichtiger sei es, an allen Teilen des Unternehmens zu arbeiten, wie Fixkosten oder im Vertrieb. "All diese Dinge muss man bewegen, um auf der anderen Seite der Transformation die gleiche Profitabilität als Ambition aufrechterhalten zu können."

    Proteste von Klimaorganisationen erwartet

    Auf der Internationalen Automesse IAA Mobility präsentieren ab heute die Autobauer und Zulieferer ihre Neuheiten - zunächst nur für Fachleute. Nach den deutschen Autokonzernen VW, BMW und Mercedes-Benz sind erstmals auch chinesische Autobauer in größerer Zahl dabei. Vermehrt sind auch Hersteller von E-Bikes und E-Rollern auf der IAA vertreten. Für das breite Publikum öffnen sich die Tore morgen.
    Gegner der Automobilmesse haben zahlreiche Demonstrationen und Blockaden angekündigt, vor allem Klimaschutzorganisationen wie Fridays For Future oder Extinction Rebellion. Letztere erklärten zur Begründung, angesichts der Klimakrise sei die Durchführung eines Werbeevents für Autokonzerne der blanke Hohn: "Nach einem weiteren Extremjahr mit Bränden, Dürren und Überflutungen weltweit ist das einfach nicht mehr hinnehmbar."
    Das Interview mit Frau Müller können Sie hier nachlesen.
    Diese Nachricht wurde am 04.09.2023 im Programm Deutschlandfunk gesendet.