Ziel der Cassini-Mission ist es, den Gasriesen Saturn zu erforschen, seine Monde und seine Ringe. Aber nicht nur das. Neben den gut sichtbaren Himmelskörpern sind für die Planetenforscher zunehmend auch kleine Partikel von Interesse, die im Magnetfeld des Ringplaneten umherfliegen. Norbert Krupp vom Max Planck Institut für Sonnensystemforschung interessiert sich für diese verborgene Seite des Saturnsystems.
Wir versuchen, mit unseren Instrumenten das Unsichtbare sichtbar zu machen, indem wir versuchen, eine Kamera für Nicht-Sichtbare-Teilchen im Saturnsystem fliegen zu lassen. Und die Ästhetik ist mindestens genau so wichtig und so schön, wie die der Ringe selbst, denn man sieht die Dynamik, man sie Prozesse, man sieht Wellenbewegungen, man sieht die Rotation des Planeten. Das ist schon mindestens genau so faszinierend wie die sichtbaren Ringe.
Die Kamera für Nicht-Sichtbare-Teilchen an Bord von Cassini - das so genannte Magnetosphären-Teilchen-Experiment - registriert die Geschwindigkeit kleinster Partikel, ihre Ladung und ihre Masse. Krupp hat bereits erste Daten ausgewertet und herausgefunden, dass in der scheinbar leeren Umgebung des Saturns überwiegend Wasser-Ionen, also geladene Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindungen herumfliegen. Sie werden aus dem Eis in den Saturn-Ringen herausgeschlagen, wenn energiereiche Elektronen auftreffen. Solche Prozesse sind von grundlegender Bedeutung, denn,
…je mehr Teilchen da rausgeschlagen werden, desto schneller ist dieses Ringsystem irgendwann mal verschwunden. Es gibt also nach ersten Ergebnissen, Anzeichen dafür, dass die Lebensdauer dieser Ringe viel kürzer ist als man vorher angenommen hat. Das heißt, es könnte durchaus sein, dass in ein, zwei Millionen Jahren, was astronomisch gesehen sehr, sehr kurz ist, einige der Ringsysteme gar nicht mehr existieren.
Mit Spannung erwarten die Planetenforscher zurzeit den vielleicht spektakulärsten Teil der Cassini-Mission: An Weihnachten verlässt der Lander Huygens die Raumsonde Cassini und fliegt in Richtung des größten Saturn-Mondes Titan. Dieser Teil der Mission wird mit europäischen Mitteln finanziert, und wenn alles nach Plan läuft, soll Huygens am 14. Januar auf Titan landen. Titan gilt als letzte noch unbekannte Welt in unserem Sonnensystem, und zugleich ist er der erdähnlichste Körper im Sonnensystem: Seine Atmosphäre besteht überwiegend aus Stickstoff, ist aber so dicht, dass es bislang unmöglich war hindurchzuschauen. Und so weiß bis heute niemand, was sich auf der Oberfläche von Titan befindet - Seen, Berge oder ein Meer aus Matsch. Horst Uwe Keller vom Max Planck Institut für Sonnensystemforschung gehört zu dem Wissenschaftler-Team, das die Spezial-Kamera an Bord von Huygens entwickelt und getestet hat. In seinem Büro hängen leicht vergilbte Luftaufnahmen von landwirtschaftlich genutzten Flächen - Fotos, die die Huygens-Kamera während eines Testfluges im Jahr 1997 gemacht hat. Keller:
Das sind Bilder, die von der Kamera vom Hubschrauber aus gemacht wurden. Über Arizona. Die Kamera macht drei verschiedene Bilder, sie guckt zur Seite, dann guckt sie schräg runter und dann guckt sie fast ganz nach unten. Das kann man hier sehen: das gibt immer so Segmente. Ein Segment fängt breit an, dann wird das schmäler, und dann kommt der innere Teil. Die drei werden zusammen aufgenommen. Die Sonde rotiert, und das Bild muss dann zusammen gesetzt werden. Das ist sehr aufwändig, wenn man das zu der Qualität machen will, die man hier sieht.
Es ist Hektik vor dem Sturm. Obwohl alle wissen, seit 8 Jahren, wann Huygens landen wird, kommt das mit Riesenschritten näher…
…erzählt Björn Grieger. Er will in der Nacht zum 15. Januar mit einer Gruppe von Kollegen das Mosaik der Huygens-Bilder zusammensetzen. Daneben möchte er auch möglichst schnell erste Erkenntnisse über Prozesse in der Titan-Atmosphäre bündeln - vorausgesetzt natürlich, die Mission gelingt, und Huygens schafft es, seine Daten zur Raumsonde Cassini zu funken, die sie dann zur Erde weiterleitet. Keller:
Also ich glaube dass Europa da wieder ein ganz großes Risiko eingegangen ist, aber wenn wir Glück haben, ist die Belohnung auch sehr groß.
Wir versuchen, mit unseren Instrumenten das Unsichtbare sichtbar zu machen, indem wir versuchen, eine Kamera für Nicht-Sichtbare-Teilchen im Saturnsystem fliegen zu lassen. Und die Ästhetik ist mindestens genau so wichtig und so schön, wie die der Ringe selbst, denn man sieht die Dynamik, man sie Prozesse, man sieht Wellenbewegungen, man sieht die Rotation des Planeten. Das ist schon mindestens genau so faszinierend wie die sichtbaren Ringe.
Die Kamera für Nicht-Sichtbare-Teilchen an Bord von Cassini - das so genannte Magnetosphären-Teilchen-Experiment - registriert die Geschwindigkeit kleinster Partikel, ihre Ladung und ihre Masse. Krupp hat bereits erste Daten ausgewertet und herausgefunden, dass in der scheinbar leeren Umgebung des Saturns überwiegend Wasser-Ionen, also geladene Wasserstoff-Sauerstoff-Verbindungen herumfliegen. Sie werden aus dem Eis in den Saturn-Ringen herausgeschlagen, wenn energiereiche Elektronen auftreffen. Solche Prozesse sind von grundlegender Bedeutung, denn,
…je mehr Teilchen da rausgeschlagen werden, desto schneller ist dieses Ringsystem irgendwann mal verschwunden. Es gibt also nach ersten Ergebnissen, Anzeichen dafür, dass die Lebensdauer dieser Ringe viel kürzer ist als man vorher angenommen hat. Das heißt, es könnte durchaus sein, dass in ein, zwei Millionen Jahren, was astronomisch gesehen sehr, sehr kurz ist, einige der Ringsysteme gar nicht mehr existieren.
Mit Spannung erwarten die Planetenforscher zurzeit den vielleicht spektakulärsten Teil der Cassini-Mission: An Weihnachten verlässt der Lander Huygens die Raumsonde Cassini und fliegt in Richtung des größten Saturn-Mondes Titan. Dieser Teil der Mission wird mit europäischen Mitteln finanziert, und wenn alles nach Plan läuft, soll Huygens am 14. Januar auf Titan landen. Titan gilt als letzte noch unbekannte Welt in unserem Sonnensystem, und zugleich ist er der erdähnlichste Körper im Sonnensystem: Seine Atmosphäre besteht überwiegend aus Stickstoff, ist aber so dicht, dass es bislang unmöglich war hindurchzuschauen. Und so weiß bis heute niemand, was sich auf der Oberfläche von Titan befindet - Seen, Berge oder ein Meer aus Matsch. Horst Uwe Keller vom Max Planck Institut für Sonnensystemforschung gehört zu dem Wissenschaftler-Team, das die Spezial-Kamera an Bord von Huygens entwickelt und getestet hat. In seinem Büro hängen leicht vergilbte Luftaufnahmen von landwirtschaftlich genutzten Flächen - Fotos, die die Huygens-Kamera während eines Testfluges im Jahr 1997 gemacht hat. Keller:
Das sind Bilder, die von der Kamera vom Hubschrauber aus gemacht wurden. Über Arizona. Die Kamera macht drei verschiedene Bilder, sie guckt zur Seite, dann guckt sie schräg runter und dann guckt sie fast ganz nach unten. Das kann man hier sehen: das gibt immer so Segmente. Ein Segment fängt breit an, dann wird das schmäler, und dann kommt der innere Teil. Die drei werden zusammen aufgenommen. Die Sonde rotiert, und das Bild muss dann zusammen gesetzt werden. Das ist sehr aufwändig, wenn man das zu der Qualität machen will, die man hier sieht.
Es ist Hektik vor dem Sturm. Obwohl alle wissen, seit 8 Jahren, wann Huygens landen wird, kommt das mit Riesenschritten näher…
…erzählt Björn Grieger. Er will in der Nacht zum 15. Januar mit einer Gruppe von Kollegen das Mosaik der Huygens-Bilder zusammensetzen. Daneben möchte er auch möglichst schnell erste Erkenntnisse über Prozesse in der Titan-Atmosphäre bündeln - vorausgesetzt natürlich, die Mission gelingt, und Huygens schafft es, seine Daten zur Raumsonde Cassini zu funken, die sie dann zur Erde weiterleitet. Keller:
Also ich glaube dass Europa da wieder ein ganz großes Risiko eingegangen ist, aber wenn wir Glück haben, ist die Belohnung auch sehr groß.